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Rosenblumendelle | Ver. Rosenblumendelle | Rosendelle | Rosenblumendelle/Wiesche

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Status: ? - 1966
Herkunft des Namens: Nach geografischem Bezug. Mundartlich "Rosendelle" oder "Blumendelle". Eine Delle bezeichnet ein Tal; also Rosen- oder Blumental. Nach 1870 auch volksmündlich "Jammer" genannt, da die technischen Anlagen veraltert waren.
Grubenfeldgröße: unbekannt

Schachtbezeichnung
E
F
Ø
T
 -
1.)
Rosenblumendelle I
Nein
3,87x5,84
362m
1856-
2.)
Rosenblumendelle II
Nein
5,50m
360m
1897-
3.)
Rosenblumendelle III (Kronprinz)
Nein
1901-
E=Erhalten, F=Foto, Ø=Durchmesser, T=Teufe,  - =Abteufbeginn/Verfüllung

Geschichtliche Entwicklung:

Mitte 18. Jh. Inbetriebnahme, nachfolgend Stollenabbau, Stollenlänge: 300 Lachter
1796 Festlegung der Berechtsame (keine Verleihung), vermutliche Vorgängerzeche: Rosidell Kohlwerk
1800 Übergang auf eigentlichen Tiefbau: Teufen Kunstschacht
1809 Aufstellung Wasserhaltungsdampfmaschine durch Franz Dinnendahl*
1810 26.1. Inbetriebnahme Wasserhaltungsdampfmaschine, Tiefbausohle = 23 1/2 Lachter unter der Stollensohle, 10 Lachter darunter befand sich eine aus dem Unterwerksbau stammende zweite Sohle, die abgesoffen war, Förderung im Förderschacht mit Pferdegöpel, 2300 Lachter langer Schiebeweg zur Ruhr
1811 erhebliche Wasserhaltungsprobleme, ständig Zubußen
1815 Wassereinbruch aus alten Grubenbauen
1816 neuer Göpelschacht in Betrieb (24 Lachter Teufe), die Wasserhaltungsdampfmaschine kann die Grubenwässer kaum noch bewältigen
1817 Einstellung Tiefbau und Stilllegung
1841 Konsolidation zu Ver. Rosenblumendelle entstanden aus Vorwärts (Verleihung: 1840), Morgenröthe (1840), Rosendelle, Blumendelle, Kämpgeswerk, Tutenbank, Zufall (Mutung), dazu Eisensteinberechtsame (später zeitweise auch Abbau), bis mindestens 1852 kein Betrieb
1847 Verleihung Geviertfeld Zufall
1849 15.12. Verleihung Längenfelder Ver. Blumendelle Doctorsbank (= Ver. Blumendelle), Rosendelle, Kämpgeswerk und Tutenbank
1856 Teufbeginn Sch. 1 für Übergang auf Tiefbau
1857 Sch. 1: Karbon = 18 m, Inbetriebnahme Wasserhaltungsdampfmaschine, Förderung mit Lokomobile
1858 Ansetzen Wettersohle = 1. S. = 42 7/8 Lachter = 90 m(-10 m) und 1. Tiefbausohle = 2. S. = 77 Lachter = 161 m(-81 m), Verleihung Felder Marianne und Vorwärts
1859 Schachtteufen bei 180 m gestundet, Abbaubeginn
1862 Tieferteufen Schacht
1863 Ansetzen 3. S. = 229 m (-149 m)
1865 Ablösung des Kohlenzehnten bei der Mülheimer Zehntgesellschaft (bis 1871)
1866 wegen des Abbaus versiegen die meisten Brunnen in Heißen
1875 Verleihung Geviertfeld Rosenblumendelle ins Westen
1883 Abbau im Kämpcheswerk (= Kämpgeswerk)
1886 1 Förder- und 2 Wetterschächte in Betrieb
1890 Abbau im Feld Vorwärts, Berechtsame: 4 konsolidierte Längenfelder und 1 kleines Geviertfeld (= Rosenblumendelle ins Westen), dazu Geviertfelder Vorwärts, Ver. Zufall und Marianne sowie Längenfelder Vorwärts 1 und Morgenröthe
1891 Verstärkung der Ausrichtung und Erneuerung der Tagesanlagen nach Besitzerwechsel
1892 Aufgabe eines Wetterschachtes
1894 Tieferteufen Förderschacht und Ansetzen Teilsohle = 280 m
1895 Ansetzen 4. S. = 351 m (-271 m), Erwerb Feld Ver. Kronprinz
1896 Ausrichtung Feld Ver. Kronprinz, Berechtsame: 6,1 km²
1897 Teufbeginn Sch. 2 (neben Sch. 1), Konsolidation mit Ver. Kronprinz
1898 Umbenennung in Rosenblumendelle; entstanden aus Ver. Rosenblumendelle, Schächte 1/2 bis 4. S. = 351 m (-271 m), Berechtsame: 6,1 km²
1899 Sch. 2: Förderbeginn, geplant: Abbau im Westfeld von Hagenbeck und im Ostfeld von Wiesche, 25.11. Inbetriebnahme Brikettfabrik
1900 Durchschlag mit Humboldt und Wiesche
1901 Teufbeginn Sch. 3 = Kronprinz im Nordfeld (= Feld Kronprinz): erhebliche Wasserzuflüsse
1902 Schacht Kronprinz: Karbon bei 105 m, Ansetzen 1. S. = 124 m, 2. S. = 177 m und 4. S. = 369 m
1903 Schacht Kronprinz in Betrieb als Wetter-/Seilfahrtsschacht, Durchschlag mit 1/2 auf 4. S., Förderung der Kohlen aus dem Baufeld Kronprinz nach 1/2, Tieferteufen Sch. 2
1904 Sch. 2: erhöhte Wasserzuflüsse
1905 Querschlag 4. S. nach Norden erreicht 3434 m Länge
1907 Sch. 2: Ansetzen 5. S. = 525 m (-444 m)
1910 Durchschlag Sumpfstrecke 5. S. mit Humboldt, Durchschlag 4. S. mit Hagenbeck
1914 Errichtung Siebenei
1916 Inbetriebnahme Kohlenwäsche
1920 Tieferteufen Sch. 1
1922 Sch. 1: Ansetzen 382 mS
1926 Berechtsame: 6,7 km²
1928 15.7. Übernahme Hagenbeck (Sch. 1 bis 5. S. = 398 m (-317 m)/Fördersch. 2 bis 6. S. = 526 m (-445 m)/Wettersch. 3 bis 4. S. = 287 m (-210 m), dazu 1 weiterer Wetterschacht)
1929 1.4. Übernahme Humboldt (Förderschacht Franz bis 5. S. = 527 m, dazu 2 Wetterschächte, welche 1930 aufgegeben werden)
1930 Hagenbeck: Förderung unter Tage nach Rosenblumendelle, Humboldt: Förderung unter Tage nach Wiesche
1931 Hagenbeck: Aufgabe des Wetterschachtes, 31.3. Abgabe Feld Humboldt mit Schacht Franz an Wiesche, Berechtsame: 12,1 km²
1935 Abbaubeginn im Feld Hagenbeck
1939 16.12. Strebbruch (6 T)
1940 Tieferteufen Sch. 3 = Kronprinz
1941 Sch. 3 = Kronprinz bis 5. S. = 538 m
1944 Sch. 1 bis 5. S., Blindschacht ab 5. S. bis 10. S. = 707 m (-627 m)
1945 schwere Kriegsschäden: u.a. Brikettfabrik außer Betrieb
1946 Anlagen: 1/2, 3 (= Kronprinz), Hagenbeck 1-3, Hauptfördersohle: 5. S. Rosenblumendelle = 525 m = 6. S. Hagenbeck = 526 m, Berechtsame: 20,9 km²
1949 Tieferteufen Sch. 1
1950 Sch. 1 erreicht 10. S. = 10. S. Wiesche = 707 m
1951 Durchschlag mit Wiesche, Verfüllung Schacht Hagenbeck 1
1952 1.1. Verbund zu Rosenblumendelle/Wiesche; Berechtsame: 31,1 km², Anlagen:
Rosenblumendelle 1/2: Förderanlage, Sch. 1 bis 10. S. = 707 m (-627 m)/Sch. 2 bis 5. S. = 525 m (-444 m), Brikettfabrik,
Rosenblumendelle 3:= Kronprinz, bis 5. S. = 538 m,
Hagenbeck 2/3: Sch. 2 bis 6. S. = 526 m (-445 m)/Sch. 3 bis 4. S. = 287 m (-210 m), Wiesche 1/2: Sch. 1 = Emilie bis 9. S. = 552 m(-444 m)/Sch. 2 bis 10. S. = 750 m (-642 m), Brikettfabrik
Humboldt: Schacht Humboldt bis 5. S. = 521 m;
Wiesche: 31.3. Fördereinstellung, Kohlen unter Tage nach Rosenblumendelle, Stillegung Tagesbetrieb Wiesche, Stillegung Feld Humboldt, Hauptfördersohle: 5. S. Rosenblumendelle = 525 m = 6. S. Hagenbeck = 526 m = 9. S. Wiesche = 552 m 5. S. Humboldt = 521 m, Tieferteufen Schacht Hagenbeck 2
1953 Wiesche: 1.6. Stillegung Brikettfabrik
1954 Hagenbeck: Sch. 2: Ansetzen 6 1/2. S. und 10. S. = 717 m (-636 m), Rosenblumendelle: Inbetriebnahme Zentralbrikettfabrik
1955 Rosenblumendelle: Teufen Gesenk ab 10. S und Ansetzen Zwischensohle = 807 m (-726 m), Hagenbeck: Tieferteufen Sch. 3 ab 5. S.
1957 Rosenblumendelle: Ansetzen 12. S. = 915 m im Gesenk, Hagenbeck: Sch. 3 bis 10. S., max. Briketterzeugung: 880766 t
1958 Hagenbeck: Tieferteufen Sch. 3, Hauptfördersohle Hagenbeck = 10. S.
1959 Hagenbeck: Sch. III: Ansetzen 11. S. = 924 m (-843 m)
1960 29.2. Stilllegung Außenanlage Wiesche mit Teilfeld und Abwerfen der Schächte Wiesche I/II
1961 Kronprinz: 1.7. Einstellung Seilfahrt in Sch. III (nur noch Wetterschacht) und Aufgabe der Tagesanlagen, Wiesche: Verfüllung der Schächte I/II
1963 Wiesche: Aufgabe des Restfeldes
1965 Hagenbeck: 31.8. Aufgabe des Restfeldes, Schächte Hagenbeck II/III bleiben offen für Wasserhaltung
1966 29.7. Stilllegung, Brikettfabrik weiter in Betrieb
1968 30.9. Stilllegung Brikettfabrik
1980 Schächte Hagenbeck II/III weiterhin in Betrieb für Wasserhaltung

* Anläßlich der Inbetriebnahme der ersten Dampfmaschine 1809 wurde folgendes Lied komponiert:

Mit Jauchzen seh'n wir frohe Schaaren
Zur Zeche Rosendelle zieh'n
Wo nach so vielen dürren Jahren
Auf's neue junge Rosen blüh'n.

Hier mitten in dem schönsten Thale
Sieht man ein neues Kunstwerk steh'n,
Das heute uns zu erstenmale
Des Dampfes Wunderkraft läßt seh'n.

Dort steht ein Greis im tiefen Schweigen,
Erstaunt am neuerbauten Schacht,
Sieht Ströme aus der Tiefe steigen
Durch eines Künstlers Zaubermacht.

Er sieht bekämpft zu seinen Füßen
Dort in des Grabens engem Zwang
Ein Element nun ruhig fließen,
Das ihm dereins sein Glück verschlang.

Begeistert baut er auf der Stelle
Dem Künstler nun ein Ehrenmal,
Und ruft entzückt: die Rosendelle
Heißt künftig Zeche D I N N E N D A H L.

von: Siebel
Quelle: Grubenklänge - Eine Liedersammlung für Bergleute; Gewerkschaft Wiesche, 1840