Fördergerüste im Ruhrgebiet | Schachtanlagen | Zeche | Bergwerk | Schachtanlage | Grube | Pütt | Fördergerüst | Schachtgerüst | Steinkohle | Ruhrpott | Zechen | Schacht | Ruhrrevier | Revier | Kohle | Förderturm | Aufbereitung | Grube | Bergbau
Glossar | Bergmannssprache | Bergbaubegriffe | Bergbaulexikon | Die Sprache des Bergmannes:
Diese Zusammenstellung bezieht sich vorwiegend auf den Sprachgebrauch im Ruhrgebiet. Andere Bergbauregionen (Aachen, Saarland, Ibbenbüren oder Harz etc.) haben über lange Zeit ihren eigenen Wortschatz und Sozialregeln entwickelt, welche von den in/aus das/dem Ruhrgebiet zu- oder abgewanderten Bergleuten teils übernommen oder aber abgewandelt wurden. Dennoch sind die überwiegenden Grundbegriffe zumeist einheitlich!
Die Fülle der Begriffe ist aber nur schwer darzustellen, daher ist eine komplette Übersicht dieser kaum möglich! Folgend aber ein Versuch:
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M -
N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z
| A |
| Abbau | Planmäßige Gewinnung und Förderung von mineralischen Rohstoffen |
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| Abbaufront | Eigentlich auch "Vorort" genannt; bezeichnet den Abbaupunkt (Flöz-Strecke) an dem die Kohle gewonnen wird. Siehe auch Ortsbrust |
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| Abbauhammer |
Pneumatisch angetriebenes Abbauwerkzeug. Vergleichbar mit einem Presslufthammer, aber in leichterer Ausführung
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| Abbaustrecke | Zum Abbau der Kohle eingerichtete Strecke. Zwischen zwei parallelen Abbaustrecken liegt der Streb in dem die Kohle gewonnen wird |
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| Abdämmen | Abriegeln einer Strecke oder Grubengebäudes. Sicherung vor unbefugter Begehung oder Wetterführung |
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| Abdecken | Sicherungsmaßnahme an einem nicht verfüllten Schacht mittels Beton- oder Stahlplatten. Oft wird auch eine nur wenige Meter dicke Betonlage (Pfropfen) in den Schacht eingebracht um diesen zu Konservieren und eine spätere Wiederinbetriebnahme zu ermöglichen. |
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| Abkehren | Mitarbeiter die den Bergbau verlassen kehren ab! |
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| Abkohlen | Gewinnung der Steinkohle im Streb | |
| Ablenkscheiben | siehe Seilscheiben | |
| Ableuchten | Dient der Erkennung von Explosionsgefahren und wird heute auch noch so genannt. Früher hat man mit Wetterlampen besonders die Firste nach explosionsfähigen Gasen (da leichter als Luft) abgesucht. Bei einer Änderung der Brandfarbe der Flammenaureole welche in einem explosionsgeschützten Drahtkäfig brannte, konnte man eine Aussage über den Volumenanteil und der damit verbundenen Explosionsgefahren treffen. Heute gibt es kleine elektronische CH4-Messgeräte die einem die genaue Gaskonzentration anzeigen |
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| Abraumhalde | siehe Halde (Bergehalde) | |
| Abschlag |
Ein Abschlag auf den Lohn wurde bis in die 1970er Jahre als Vorauszahlung ausgezahlt, da es damals (wie heute üblich) keine Überweisung am Monatsende gab, sondern der Lohn alle zwei Wochen bar ausgezahlt wurde. Zu den Lohntagen gibt es ein paar Anekdoten bei denen Ehefrauen ihre Gatten am Werktor abfingen um ein Verprassen des Lohns, auf die ein oder andere Art zu unterbinden. Als Abschlag wird aber auch die vom Flöz gelöste Kohle bezeichnet
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| Absaufen | Kommen Teile oder der gesamte Grubenbau infolge von Wassereinbrüchen, Wasserhaltungsdefekten oder Betriebseinstellungen "unter Wasser" so saufen diese ab. | |
| Abschwarten | Besäumen von Rundholz mit Beil oder Säge. Aus "rund mach eckig"!
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| Abteufen | Das Niederbringen eines Schachtes | |
| Abteufgerüst |
Temporäres Gerüst zur Erstellung eines Schachtes. Dieses wird nach erfolgreicher Abteufung durch das eigentliche Fördergerüst ersetzt.
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| Abteufkübel | Behälter zum Fördern des Aushubes beim Abteufen
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| Abwerfen | Entledigen. |
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| Abwetter | Verbrauchte oder schlechte Luft uT |
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| Akku-Lok | Mit Akkumulatoren (Batterie) betriebene Lok
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| ALEO-Stempel |
Leichter Stempel aus Aluminium |
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| ALIMAK |
Personenbeförderungseinrichtung |
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| Alter Mann |
Abgekohlter Hohlraum |
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| AM 50 (75, 100) | Teilschnittmaschine mit einer Schnittbreite von 5 - 7,5 oder 10 m
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| Anfahren | Einfahren, Befahren - Betreten eines Grubenbaus mittels Seilfahrt oder zu Fuß
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| Angebrannte Kohle | Nicht vom Nebengestein lösbare Kohle |
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| Ankerstange | ca. 2 m (aber auch länger). Diese wird in ein Bohrloch geschoben und dieses dann mit Gesteinskleber verpresst. Auf dem in die Strecke ragenden Teil wird ein Ankerteller mit einer Mutter befestigt, davor wird entweder eine Drahtgeflecht angebracht um vor Steinfall zu schützen oder die Strecke wird mit Spritzbeton ausgekleidet. Früher wurden hier Spreizanker genutzt, die aber nur in festem Gestein befriedigend arbeiteten. |
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| Ankerstrecke | Seit den 1970'er Jahren verstärkt eingesetzter "Ausbau". Bei einer Ankerstrecke werden die sogenannten Anker in das Gestein getrieben und unter hohem Druck mit Gesteinskleber verpresst. Dieser Kleber verfestigt das Gestein und es ist kein Ausbau mehr notwendig.
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| Anlaufgedinge | Gedingevereinbarung zwischen der Zeche und den Bergleuten bei einem neu anlaufenden Betriebspunkt. Das Gedinge wird anhand von Erfahrungswerten geschätzt. Siehe Gedinge |
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| Anlegen | Eine Neueinstellung von Mitarbeitern im Bergbau. Die Mitarbeiterakte wird verwaltungstechnisch angelegt und eine Nummer vergeben. Die Anlegenummer besteht aus dem Geburtsjahr, dem ersten Buchstaben des Nachnamens und der Vergabenummer (z.B. 15071958B1875). Diese ist einmalig und lebenslang gültig |
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| Anschlagen | Verbinden oder anhängen | |
| Anschläger | Der Arbeiter der für die Seilfahrt verantwortlich ist. Dieser gibt die Signale für den Fördermaschinisten.
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| Anschnitt | Schichtenzettel (Rapport) des Steigers über die Revierleistung |
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| Ansetzen | Anfangen oder Beginnen. Z.B. Am 1.6. wurde der Förderberg von der 4. zur 5. Sohle angesetzt. | |
| Anstehen | Menge des abbaufähigen Minerals. Z.B.: Im Grubenfeld W1 stehen auf der 6. Sohle geschätzte 1,2 Mio Tonnen Fettkohle zur Förderung an. |
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| Arbeitstrübe | siehe Trübe |
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| Arbeitsunfälle | Durch die fortschreitenden technische Entwicklung und den stetigen Einsatz der Arbeitssicherheitsabteilungen konnten in den letzten Jahrzehnten die Arbeitsunfälle auf den heute üblichen Industriestandart gesenkt werden. Der deutsche Bergbau steht auch heute noch an der Spitze in Sachen Unfallverhütung und Prevention. In vergangenen Tagen war die Todes- und Verletztenrate im Bergbau aber deutlich über dem allgemeinen Niveau. Teils hatte dies mit folgenschweren Grubenunglücken zu tun, die mehrere hundert Todesopfer forderten, teils mit Leistungsdruck und ungenügender Ausbildung sowie eines fehlenden oder mangelden Verständnisses seitens der Belegschaft. Oft waren aber auch einfache technische Unzulänglichkeiten seitens der Bergwerksunternehmen verantwortlich. Trotz der immensen Anstrengungen zur Bergung der Verunglückten nach einem Unglücksfall, liegen heute noch die sterblichen Überreste von hunderten Bergleuten viele hundert Meter unterhalb der Tagesoberfläche, da eine Bergung der Leichen nicht möglich war. |
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| Arschleder | Dieser aus robusten Leder gefertigte Schutz wird mithilfe von Gurten um die Hüfte und die Beine gezurrt und schützt den Hosenboden eines Bergmanns vor Reibung und dem durchwetzen des Hosenbodens beim Gleiten (Rutschen oder Fortbewegen) in einer stark geneigten Strecke. Wird auch in der letzten Strophe des Steigerliedes besungen: „Die Bergleut sein kreuzbrave Leut' denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht und saufen Schnaps, und saufen Schnaps.“ |
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| Assessor | (Bergassessor, Assessor des Bergfachs) Leitender Angestellter |
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| Asten, sich einen abbrechen, abasten | körperlich schwere Arbeit |
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| Aufbereitung | siehe Wäsche |
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| Auffahren | Erstellen einer Strecke oder eines Betriebspunktes |
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| Aufhauen | Ein Auffahren einer Strecke in aufwärtsgeneigter Richtung (bis zu 90°) |
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| Aufschieben | Verladen der Förderwagen in den Förderkorb. Heute vollmechanisch mittels Aufschiebevorrichtung.
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| Aufschließen | Brechen oder Zerkleinern von z.B. Verwachsenem (Mittelgut) mit einem Brecher |
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| Aufsetzs-vorrichtung | Fixiert den Förderkorb beim Auf- oder Abschieben der Förderwagen mithilfe einer Kurzbühne (Klinke) um den Höhenunterschied durch z.B. die Seillängung auszugleichen |
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| Aufsichten | Steiger (Aufsichtspersonen) |
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| Aufspuren | Aufgleisen oder Eingleisen - Grubenwagen die aus den Gleisen gesprungen sind, müssen wieder aufgespurt (auf das Gleis gebracht) werden. Glücklich; wer ein Aufspureisen hatte, ansonsten gab es bei befüllten Wagen nur das händische Aufgleisen mittels Stange oder eines Hubzugs. | |
| Auftun | Erschließen einer Lagerstätte | |
| Augensalbe | Um nach der Schicht nicht wie der "Wandelnde Tod" auszusehen, wurde diese ausgegeben um die unschönen schwarzen Augenränder beim Duschen einfacher entfernen zu können. | |
| Auger Mining | Abbau mittels Großlochbohrens. Hierbei wurde die Kohle durch Bohrarbeit hereingewonnen. Dabei hatte man allerdings mit Verlusten von etwa 40% zu rechnen, da das Bohrgestänge nur ins "Volle" bohren konnte und man genügend Abstand zum Vorloch lassen musste, da sonst der Bohrer aus der Richtung lief. Wir nicht mehr ausgeführt.
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| Aureole | Färbt sich der obere Saumbereich der Flamme einer Wetterlampe bläulich, so ist Grubengas (CH4) vorhanden und die Gefahr einer Schlagwetterexplosion nimmt besonders im Bereich von 2 bis 9 Vol% CH⁴ stark zu, da diese Konzentration zündfähig ist. Zur besseren Erkennbarkeit bei geringen Schlagwetterkonzentrationen wurden sogenannte Salzperlen (Rosen'sche Salzperlen) in den Doch gesteckt und die Flamme stark reduziert, wobei die Lampe vertikal durch den Wetterstrom geführt und die Flamme auf eine Veränderung kontrolliert wurde. Nach dem 1921 ergangenen Verbot der Nutzung der Wetterlampe als Mannschaftslampe, war ein Tragen der Wetterlampe in der Grube nur noch Wetterleuten, Aufsichten und Betriebsratmitgliedern (zur Kontrolle) erlaubt. Der Vol-Anteil an explosionsfähigem CH⁴ wurde anhand der Aureolenhöhe bestimmt. 0.5% ergaben ein sehr kleine Aureole bei 15% Vol- verlängerte sich diese bis zum oberen Ende des durchschlagsicheren Drahtkorbes. Eine genaue Messung war daher stark von den Erfahrenswerten und visuellen Fähigkeiten des Ablesers abhändig.
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| Aus- und Vorrichtung | Vorbereitung (Erstellung) einer Strecke oder eines Strebs für den Abbau |
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| Ausbau | Früher aus Holz heute aus Stahlprofilen oder mit Ankern. Damit wird eine Strecke vor dem Zubruchgehen durch den oft starken Gebirgsdruck geschützt
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| Ausbiss (ausbeißen) | Ein zutage ausgehendes (auslaufendes) Kohleflöz. Diese findet man nur im südlichen Ruhrgebiet (Ruhrtal) ohne Mergelauflagerungen |
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| Ausbläser | Schlagartiges Austreten von Grubengasen bei dem Anfahren eines Gaseinschlusses (Gasblase) | |
| Ausfahren |
Ausfahrt -> Verlassen des Grubengebäudes nach der Schicht
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| Ausgasen | Sobald ein Kohlenflöz angefahren wird, gasen die Kohlen wegen des nachlassenden Gebirgsdrucks aus. Der Ausgasungsgrad hängt von der Kohlenart ab. Die Ausgasungswilligkeit der Kohlen hängt wiederum von deren Inkohlungsgrad ab. Je höher dieser Grad ist, umso geringer ist die Ausgasungstendenz. Eine hohe Ausgasungsintensität fördert die Gefahr einer Schlagwetterexplosion. Das bei der Ausgasung anfallende und abgesaugte Grubengas wird oft (auch bei schon lange stillgelegten Gruben) durch Kleinkraftwerke zur Erzeugung von Energie genutzt |
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| Ausrauben | siehe rauben |
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| AZE | (Arbeitszeiterfassung) - Hier wird die Arbeitszeit überwacht. Bei einer unangekündigten Überfälligkeit eines Arbeiters wird nach Schichtende die Aufsicht verständigt. |
| B |
| Bahnbetrieb | Ist für die Koordination des Eisenbahn-, Verlade- und Rangierbetrieb übertage zuständig
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| Ballsaal | Großes Grubengebäude |
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| Bandfahrt | (Obergurt bzw. Untergurt) - Untertage gibt es Gurtbänder, die nicht nur dem Materialtansport dienen sondern auch zur Personalbeförderung eingesetzt werden. Diese sind mit Aufstiegs- und Absteigestellen versehen und haben besondere Sicherungseinrichtungen. Natürlich nutzen einige Kumpel auch nicht freigegeben Transportbänder, aber dort gibt es dann manchmal unliebsame Überraschungen z.B. Kettenkürzungen, gebrochene Baue oder ausgetriebene Anker die plötzlich den Weg versperren! Wenn einer dann an solch einer "Engstelle" steckenbleibt, so hat dieser nix zu lachen. Im besten Fall kommt er irgendwie an das Notausseil. Wenn dies aber nicht zu erreichen ist staut sich das ganze auf dem Gurtband geförderte Material hinter ihm. Wenn dann irgendwann das Band über Überstrom ausfällt, ist oft für den "Falschfahrer" besagte "Schicht im Schacht". Da Materialbänder generell nicht mit Durchfahrtschranken ausgestattet sind, gab es schon zahlreiche Unfälle bei dem der Bandfahrer auf der eintönigen Fahrt eingeschlafen ist und in eine Übergabe oder sogar in eine Brechanlage fuhr. Was dort passiert möchte ich hier nicht erläutern!
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| Bandreiniger | Kümmert sich um das Reinigen der Bänder, besonders aber um das Entfernen von Abrieb unter den Gurtbändern um Brände durch ein Heißlaufen dieser Rückstände an den Führungs-, Antriebs- oder Kehrrollen zu verhindern. |
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| Bandstrasse | Mehrere hintereinander geschaltete Gurtbänder zur Abförderung des Fördergutes |
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| Bankrecht | Rechtwinklig zum Hangenden oder Liegenden |
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| Baue (Ausbaue) | Meist aus Stahl, werden diese in die Strecken eingebracht um diese vor Verbruch zu schützen - siehe Ausbau
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| Baufeld(er) | Grubenfeld(er) - Jedes Bergwerk hat seine Grenzen in deren es Bergbau betreiben darf, diese sind von der Bergbaubehörde festgelegt und sind auf die verschiedenen Abbauprodukte (Kohle, Salz oder Eisenerz etc.) verliehen. Das Baufeld bezeichnet den Teil in dem der Abbau erfolgen darf. |
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| Bauhöhe | Betriebspunkt | |
| Bauwürdig | hier lohnt ein Abbau |
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| Becherwerk | Vertikale mechanische Fördereinrichtung für körniges Gut, welches gleichzeitig auch der Entwässerung dient
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| Bedüsen | Staubbekämpfung mittels zerstäubten Wassers. Die Benetzung mit Wasser bindet die Stäube |
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| Befahrung | (befahren) - Betreten des Grubengebäudes |
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| Benzolgewinnung | Kohleverflüssigung - Gewinnung von Benzin und anderer Treibstoffe aus Kohle. - Kohlevergasung = Fischer-Tropsch Verfahren - Kohlehydrierung = Bergius-Pier Verfahren |
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| Benzollok | Eine mit Benzol betriebene Lok. Da Kokereibenzol kostengünstig und in ausreichender Menge zu Verfügung stand wurde frühzeitig von Benzin auf Benzol umgestellt. Nachteilig wirkte sich der für Verbrennungsmotoren wichtige Explosionsschutz aus. Siehe auch Dieselkatze oder Druck- bzw. Pressluftlok |
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| Berechtsame | Fläche auf der ein Bergwerk Bergbau betreiben kann |
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| Bergamt | Bezirksbehörde; aber auch eine kurze Mitarbeiterbesprechung (Bergamt halten)
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| Bergarbeitersprache | siehe Ruhrdeutsch | |
| Bergbehörde | Zuständige Landesbehörde die den Bergbau überwacht |
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| Berge | Blindes oder Taubes; also unbauchbares Gestein -> Waschberge. Wird auf Bergehalden aufgeschüttet oder wurde früher als Bergeversatz genutzt |
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| Bergehalde | siehe Halde
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| Bergerippen | siehe Versatz |
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| Berg- oder Talfahrt | Pendelrichtung der Abbaumaschine nach der Förderrichtung des Strebpanzers | |
| Bergfrei | Unverliehenes Gebiet der Bergaufsicht | |
| Bergfreiheit | Das Recht eines Jeden nach Bodenschätzen zu suchen und diese abzubauen. Heute wird diese durch das Berggesetz geregelt. | |
| Bergfremde | Im Bergbau unerfahrene Personen |
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| Berggeist | Heutzutage nicht mehr sehr geläufige Sagengestalt |
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| Bergjungmann | Lehrling des Bergberufes |
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| Berglehrlingsheim | Wohnheim für Auszubildende und Jugendliche unter 21 Jahren |
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| Bergmannsbuch | Dokument über den Berufseinsatz als Bergmann. Bekommt jeder Bergmann ausgestellt. | |
| Bergmannsseife | Zugeteilte kostenlose Seifenration für jeden Bergmann. Bekannt wurde hier besonders die "Bergauf"-Hautschutzseife
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| Bergschaden | Ein Bergschaden wird an Gebäuden und Grundeigentum durch bergbauliche Aktivitäten und der damit verbundenen Gebirgsbewegung ausgelöst. Die Abgeltung und/oder Beseitigung wird nach Bundesberggesetz geregelt und liegt in der Hand der verursachenden Bergbaubetriebe oder deren Rechtsnachfolgern | |
| Bergsenkung | (Bodensenkung) Absenken der Tagesoberfläche infolge des untertägigen Abbaus (z.B. hat sich die Tagesoberfläche von Essen in Folge des Kohleabbaus in den letzten 100 Jahren um 20 m gesenkt). Dabei entstehen bergbauinduzierten Bodenbewegungen wie Senkungen, Schieflagen, Krümmungen sowie Zerrungen und Pressungen die schon unzähligen Gebäuden nur leichte oder aber auch im schlimmsten Fall immense und irreparable Schäden zufügten. Der überwiegende Teil der Bergsenkungen tritt in der Regel in den ersten 3 Jahren nach Durchgang des Abbaus auf. |
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| Besatzdichte | Volumenanteil von Schießlöchern und verwendeten Sprengstoffen je m² |
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| besorgen | Von nahezu jedem Beschäftigten ausgeübter Zeitvertreib, bei der man durch Tausch oder dauerhaftes Entleihen an besonders begehrte oder brauchbare Werkzeuge und Materialien für Heim und Beruf kam. Der geflügelte Satz: "Wenn'e hier ma' - Alles von'ne Zeche raus - rufst; fliegt dir doch das Dach auf'n Kopp!" war nicht nur von Eigenheimbauern oft vernommen. So manches Betriebsmittel verirrte sich trotz sporadischer Taschenkontrollen am Tor an den heimischen Herd... |
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| Besorger | Materialdisponent (-wart) - Dieser ist für die Bestellung von Material, Werkzeugen etc. verantwortlich. Dies ist der Mann der wirklich alles besorgen kann! Der uneingeschränkte Herrscher über den mehrer hundert Seiten starken Katalog mit vielen nützlichen Dingen für Beruf und Heimarbeit.... | |
| Betriebsführer | Vorgesetzter der Steiger (Obersteiger, Fahrsteiger, Reviersteiger) |
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| Betriebsbefahrung | Eine regelmäßige Kontrolle der Betriebspunkte durch den Betriebsführer oder Obersteiger um deren ordnungsgemäßen Zustand zu überprüfen. Hierbei wurde zumeist gleichzeitig eine Sicherheitsüberprüfung durch die Sicherheitsabteilung durchgeführt. Wehe dem Reviersteiger, der nicht frühzeitig seine Abteilung in Schuß brachte... | |
| Bewettern | (Bewetterung) Das Grubengebäude mit Frischluft versorgen |
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| Bier | Meist Pilsener Brauart und daher besonders lecker! Dient nach Schichtende zum Herunterspülen des Staubes. Ob mit den Kumpels an der Eckkneipe, Bude oder allein Zuhause genossen spielt hierbei keine Rolle. |
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| Bläser | Längerandauernde Grubengasaustritte aus dem Gebirge. Diese wurden um 1900 oft in ein Rohr gefasst und erreichten bei Entzündung Flammlängen von 300mm. Auf Consolidation I wurde sogar längere Zeit ein solcher Bläser zur Beleuchtung eines Füllortes genutzt. Heute werden diese Austritte entweder verschlossen oder aber unmittelbar in den Wetterstrom abgegeben. | |
| Blasversatz | Trockenmasse die vermengt mit Wasser in das abgekohlte Flöz eingebracht wird um Bergsenkungen zu mildern
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| Blindes Gestein | taubes Gestein - nicht verwertbares Gestein (Berge oder Waschberge). Dieses wurde entweder als Versatzmaterial wieder in die Grube gebracht oder an geeigneter Stelle zu Bergehalden aufgeschüttet |
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| Blindschacht | (Stapel) Ein nicht bis zur Tagesoberfläche führender Schacht der zwei oder mehrere Sohlen verbindet - siehe teufen |
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| Blitzbirne | Jemand der geistig nicht ganz auf der Höhe ist | |
| Blitzer | Elektrische schlagwettergeschütze Handlampe der Aufsichten (uT) | |
| Bohrstange | Bohrer um Bohrlöcher in das Gestein oder die Kohle zu treiben. Diese Löcher werden dann als Sprenglöcher oder zur Aufnahme von Ankerstangen genutzt |
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| Bohrwagen | Mechanische Einrichtung zur Erstellung von Sprenglöchern bei der Streckenauffahrung. Oder ein spezielles Gerät zur Erstellung von Bohrlöchern für das Ankern
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| Bohrlafette | Ein- oder mehrbeiniges Gestell um das Bohren mittels Bohrmaschine (Gestein, Kohle) zu erleichtern. Die war zumeist mit einem pneumatischen Druckzylinder (früher mit Spindel) ausgestattet welcher das Bohrgerät in den Berg trieb. | |
| Brass haben | Wut (machmal auch blinde). "Der Jupp muss ja richtig Brass geschoben haben, als er'm Hanses eins in'ne Fressleiste gegeb'n hat" |
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| Brecher | Zerkleinert das Fördergut auf eine bestimmte Größe damit es bei den Übergabestationen oder der Verladung nicht zu Störungen kam. Es gab z.b. Strebbrechanlagen welche das Fördergut entweder beim Strebausgang oder direkt nach dem Schräm brachen. Oder aber es wurde eine Brechanlage auf dem Weg zum Schacht installiert. Zweckmäßig wurde da Fördergut (je nach Anlage) aber zumeist bereits vor der Förderung gebrochen.
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| Bremsberg | Gefüllte Wagen werden auf eine weiter unten liegende Sohle gefördert, diese werden durch das Gegengewicht eines leeren Wagen (der gleichzeitig heraufgezogen wird) sowie durch eine Bremse abgebremst. Die Bremsbergförderung funktioniert genau umgekehrt. Dabei wird ein gefüllter Wagen die Schräge hinauf gezogen.
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| Bremsklotz | Frikadelle aus der Kantine. Mit Schmiere = Mit Senf |
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| Brikettfabrik | Hier werden die Briketts (Eierkohlen) aus Feinkohle gepresst. | |
| Briketts | Formgepresste rußfreie Feinkohle (Brikett oder Eierkohle aus Anthrazit) zum Einsatz als Hausbrand. Bei Steinkohle zumeist als Eierkohle | |
| Bruchbau | Abbau eines Strebs ohne nachfolgende Verfüllung des Hohlraums -> führt zu Bergsenkung
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| Bruchschicht | Nur teilweise verfahrene Schicht am Arbeitsplatz. Diese wurden z.B. für dringende Arztbesuche geschrieben, wenn ein Termin die Schichtzeit schnitt und daher früher ausgefahren werden musste. Wurde nach frühzeitiger Ankündigung mit dem Stundenkonto ausgeglichen. |
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| Bruchzone | Übergangsbereich einer Bergsenkung bis zur Tagesoberfläche, dort entstehen oft schwere Gebäude- und Versorgungleitungsschäden, da dort hohe vertikale und horizontale Kräfte auf die Bauwerke wirken. |
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| Brückenfeld | Abzweig oder Streckenweiche - Bei einem Abzweig von einer Strecke in eine andere wird so der ausgebaute Übergangsbereich genannt. Auch Streckenweiche oder Abzweig genannt.
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| Buckeln | Schon mal versucht den Rücken alleine zu waschen? Funktioniert nur unbefriedigend! Oder? Deshalb "Kannste mal buckeln, Kumpel?" - Rückenwaschen in der Kaue um sauber nach Hause zu kommen... |
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| Bullenei | (Bunkersonde) - Meldet elektrisch über einen Widerstand den Füllstand eines Bunkers oder eines Sumpfes. Zur Überwachung von Bunkerfüllständen (abhängig vom Medium) wurden auch Pendel-, Flügel- und Echolotsonden eingesetzt |
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| Bullenkloster | (Ledigenheim) - Gibt es heute meines Wissens nicht mehr. Hier wurden die ledigen Arbeiter ohne eigene Wohnung untergebracht, die als Bergbaufremde eine Arbeit auf der Zeche bekamen, bis diese sich eine Wohnung leisten konnten. Diese Heime wurden auch als Übergangslösung genutzt, wenn es keine betriebseigenen Mietwohnung gab. |
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| Bunker | Stapelanlage für feste Stoffe. Diese waren zumeist mit einem Förderwendel ausgestattet um das Zerkleinern der Kohle zu vermeiden. Sturzbunker wurden eher für Berge oder Feinkohle benutzt. Untertage war es gängige Praxis Stapelbunker zu errichten um eine Entkopplung der Förderung zu erreichen | |
| Büßer | (armer Büßer) - In längst vergangener Zeit mußten Bergleute das Grubengebäude nach "schlagenden Wettern" abzuleuchten. Dazu mußten diese mit einer offenen Laterne oder Fackel die Strecken abgehen. Kam es dabei zu einer Schlagwetterexplosion wurde dies als "Gottesurteil" angesehen. Später wurden dazu benzinbetriebene Wetterlampen verwendet. Heute gibt es elektronische CH⁴ Messgeräte. Wohl eher eine Mähr, da es im frühen Bergbau bei dem Abau von zutage austretenden Flözen infolge der natürlichen Ausgasung kaum zu einer Grubengasentzündung kam. |
| C |
| CO Filter | siehe Selbstretter - Filterselbstretter | |
| CH⁴ Grubengas | CH4 (Methan) - mit Luft gemischt ist CH⁴ ein hochexplosionfähiges Gas (4,4-16,5 Vol-%) welches Schlagwetter auslöst. | |
| C3Po | Liebevolle Anrede für Mitarbeiter die erst nach mehrmaligen Nachfragen beim Vorgesetzten wußten was sie überhaupt tun mussten (fern- oder fremdgesteuert) oder aber generell keine Ahnung hatten was sie überhaupt tun sollten... |
| D |
| Dahlbuschbombe | Zylindrische Rettungseinrichtung, die in ein Großbohrloch herabgelassen werden kann um untertägig Eingeschlossene zu retten. Diese wurde auf der Schachtanlage Dahlbusch in den 1950ern für Rettungseinsätze konstruiert und hat sich mit einigen technischen Änderungen bis heute bewährt -> Grubenunglück in Lengede (1963) oder Chile (2010)
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| Dampfwirtschaft | Gesamtheit des benötigten Dampfes zum Betrieb der Werksanlage (als noch Dampfmaschinen zur Förderung eingesetzt wurden). Dies war zur Betriebssicherheit notwendig. Konnte zum Beispiel wegen eines Maschinendefekts nicht genügend Dampf für den Betrieb der Fördermaschinen bereitgestellt werden, musste der Förderbetrieb ruhen und die Belegschaft aus Sicherheitsgründen ausfahren | |
| Dauerwühler | Abbaumaschine die in den 1950er Jahren eingesetzt wurde. Vorläufer der heutigen Walzenschrämmaschine (Walzenlader)
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| Deckel drauf | Umgangssprachlich für Schließung eines Bergwerks; auch "Schicht im Schacht" -> Deckel druff |
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| Deckgebirge | Überlagernde Deckschicht des Karbons | |
| Deputat | Auch Energiebeihilfe oder auch Hausbrand genannt. Jedem Bergmann steht pro Jahr eine bestimmte Menge an Kohlen zu (3,5 t für Ledige, 7 t für Verheiratete [Stand 1993]) die dieser zur Verfeuerung nutzen kann. Braucht ein Bergmann diesen Deputat nicht, weil die Wohnung z.B. mit einer anderen Heizungsart ausgestattet ist, wird diese vergütet. Die Anliefung der Kohlen erfolgt kostenfrei und wird sowohl Rentnern als auch Hinterbliebenen gewährt |
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| Dieselkatze | Eine mit Diesel betriebene "Lokomotive" die in der Regel an einer oben liegenden Laufschiene fährt, da die Verhältnisse eine Verlegung von Schienen an der Sohle nicht zulassen. Siehe EHB |
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| Dönken | Döneken - Geschichten erzählen | |
| Doppelbock | Zweistrebiges Fördergerüst - Eigentlich ist damit ein Doppelstrebengerüst gemeint
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| DOSCO-Miner | Bauform einer Abbaumaschine mit einer breiten Walzenfront (Kettenzahn). Diese war auf einem selbstfahrenden Gestell angebracht und musste permanent von einem Bediener (Fahrer) gesteuert werden.
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| Drachenzahn | siehe Picke |
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| Drehzahlwächter | Überwacht die Funktion einer Fördereinrichtung. An der Kehrrolle ist ein Impulsgeber (Magnet etc.) angebracht der elektronisch überwacht wird. Bleibt eine Rückmeldung dieses bei laufendem Antrieb aus, so wird dieses und alle vorgeschalteten Fördermittel automatisch stillgesetzt. |
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| Drewboy | (Schrägradscheider) Zur physikalischen Trennung von zwei Fraktionen durch eine Trübe anhand des Dichteunterschiedes - Sink-Schwimmverfahren. Hiebei dreht sich ein schräggestelltes Austragsrad permanent in einer mit Schwertrübe gefüllten Wanne und trägt durch Mitnehmer die sich absetzenden schwereren Bestandteile aus.
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| Drittel | Arbeitsdrittel = Belegschaft eines dreischichtigen Arbeitssystems (Früh.- Mittag.- und Nachtschicht, 06:00 - 14:00 - 22:00 Uhr) |
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| Druckluftleuchte | Eine durch Druckluft (Pressluft) angetriebene Dynamolampe. Wird heute nicht mehr verwendet.
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| Druckluftlok | Eine mit Druckluft angetriebene Grubenlok. Der Drucklufttank dient als Speicher für das Antriebsmedium. Vor Einsatz der schlagwettergeschützten Diesellok wurden diese in explosionsgefährdeten Strecken eingesetzt, da die damals eingesetzten Benzolloks keinen vollständigen Ex-Schutz boten. Die Einsatzstrecken waren aber durch den Volumeninhalt der Drucklufttanks deutlich kleiner als andere Antriebsarten, desweiteren war der Einsatz deutlich teurer da die Kompressoren zur Erzeugung und geeignete Drucklufttanks (um eine schnelle Betankung zu ermöglichen) im Unterhalt bedeutend kostenintensiver waren.
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| Dubbeldose | Unzerbrechliche Dose aus Kunststoff oder Aluminium, welche in die Tasche der Arbeitsjacke gesteckt wird um das Dubbel (Brot) vor Mäusen oder dem versehendlichen Zerquetschen bei der Bandfahrt etc. zu schützen. Heute hat fast ausgestorben, da jeder einen Rucksack dabei - aber die Mäuse sind immer noch hungrig! |
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| Dubbeln | Dubbelpause = Essen, Buttern, Futtern, Brotzeit, Pause
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| Durchbauen | Bei einem Verbruch eines Schachtes oder Strecke wurde dieser durch ein Durchbauen wiederhergestellt. Erneuern oder reparieren | |
| Durchörtern | Durchorten - Vortreiben eines Grubenbaues durch verschiedene Gesteinsschichten |
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| Durchschlag | (durchschlägig) - z.B. eine Strecke durchbrechen (durchschlagen). Einen Grubenbau mit dem nächsten verbinden |
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| Durchtreiben | siehe übertreiben |
| E |
| EHB | Abkürzung für Einschienenhängebahn. Läuft an einer an den Bauen aufgehängten Schiene, da die Bodenverhältnisse außer in den Haupt- und Richtstrecken keine Verlegung von Schienen auf dem Boden (Sohle) zulassen.
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| Eierkohle | Eierkohlenbriketts - Gepresste ovale Feinkohlenbriketts für den Hausbrand aus Anthrazit. Geben eine langanhaltende wohlige Wärme mit geringem Ascheanfall.
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| Eierkohlenstreb | Typische "Verarschung" für die Neuen! Etwa wie: "Geh'ma Feilenöl hol'n, die quitscht ja entsetzlich" oder das Grubenhuhn welches Eierkohlen legt... | |
| Einfallen | Ausrichtung des Gebirgshorizonts zur Waagerechten. Hat ein Flöz ein Einfallen von 33 Gon steht es in einem Winkel von 30 Grad zur Horizontalen an (100 Gon = 90°) | |
| Einheitsbezeichnung | Da sich die Bennung der gebauten Flöze (im Ruhrgebiet immerhin etwa 100 Flöze bis zu einer Teufe von 3000 m) von Schachtanlage zu Schachtanlage zum Teil stark unterschieden oder die Flöznamen je Schachtanlage sogar eigenständig gewählt wurden, wurde in den 1930'ern ein einheitliches System zur Benennung, anhand von bereits aufgeschlossenen Flözen (Höhenschichtenhorizont) eingeführt. | |
| Einrichten | Einhobeln - Einfahren (Streb) - Erst wird eine Strecke aufgefahren, dann werden die Maschinen (Schilder, Förder- und Abbaueinrichtungen) eingerichtet. Als Einhobeln bezeichnet man dann den Schräm in das Flöz. Dabei wird bei dem vollmechanischen Abbau der gesamte Streb in einer Front in das Flöz "gefahren" und dieser durchfährt dann die Bauhöhe. |
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| Einstriche | Schachteinbauten an denen die Spurlatten befestigt werden. Diese dienen auch als Einbühnungen oder Konsolen zu Aufnahme der Versorgungsleitungen | |
| Eiserner Bergmann (Heinrich) | Schrämlader - Erste Schrämmaschine welche die Mechanisierung des Kohlebergbaus ab den 1940'er Jahren ermöglichte. Entwickelt von Heinrich Kost auf der Zeche Pattberg. Daher wohl auch die Bezeichnung "Eiserner Heinrich"! Auf dieser Entwicklung fußen sämtliche folgenden mechanischen Strebgewinnungsmaschinen.
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| Englischer Bock | Gerüstart aus dem 19. Jahrhundert welche sich durch eine einfache Bauart hervorhebt. Primitives Stützgerüst mit Streben |
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| Erbstollen | Meist horizontal (leicht ansteigend) in den Berg getriebener Stollen, der eine Eigenentwässerung der Grube durch Schwerkraft ermöglichte
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| Erdgeschichte | Erdzeitalter: |
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| Ersthelfer | Jeder Bergmann wird alle zwei Jahre geschult um verunfallten Kameraden an Ort und Stelle Ersthilfe leisten und diese versorgen zu können. |
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| Ewige Teufe | Das Tiefste einer Hauptmulde (Einfallen und Gegeneinfallen einer Lagerstätte - Flöz) |
| F |
| Fahrdrahtlok | Mittels Oberleitung wurde die Energie zum Betrieb dieser Lok bereitgestellt. Nur in nicht schlagwetter gefährdeten Hauptstrecken eingesetzt (Funkenbildung möglich).
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| Fahren | (befahren) - Untertage wird nur gefahren dies bedeutet nicht, daß dort nicht gelaufen wird! Im Gegenteil, dort wird sehr viel gelaufen! Aber es heißt nun mal fahren; wenn man sich im Grubengebäude bewegt. Z.B. Anfahren, Bandfahren, Seilfahren, Ausfahren etc.! Ist ähnlich wie beim Bund, dort wird ja auch nicht gelaufen sondern marschiert |
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| Fahrkunst | Im Ruhrgebiet um 1850 eingeführte mechanische Einrichtung zur Befahrung eines Bergwerksschachtes vor Einführung der Seilfahrt. Hierbei bewegten sich die an einem Trapetzrahmen angebrachten Gestänge auf denen Tritte (Plattformen) angebracht waren in einem pendelnden Hub vertikal auf und ab. Der Befahrer musste somit bei jedem Hubende auf die gegenüberliegende Plattform überwechseln um nach oben oder unten zu gelangen. Diese Art der Befahrung löste das kraft- und zeitraubende Hinab- oder Aufsteigen an der Fahrte ab.
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| Fahrsignale | (optisch-akustisch) - Ähnlich einer Ampel, aber auch akkustische (Fördersignale) Signalgebung - Mit Glöcke (Schlag) oder Lichtsignal |
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| Fahrsteiger | Vorgesetzter der Aufsichten (Reviersteiger und Steiger) |
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| Fahrte | Eine Leiter |
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| Fahrtrum | Bereich des Schachtdurchmessers der für die Seilfahrt (Fahrung) genutzt wird. Es gibt auch Wettertrümme und Versorgungstrümme
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| Fahrweg | Der zur Befahrung zu nutzende Weg, ähnlich einem Fußgängerweg |
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| Fallriegel | (Kippriegel) - Sicherheitsvorrichtung die einen Förderwagen vor dem Absturz in den Schacht schützt. Auch Hampelmann genannt |
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| Fangvorrichtung | Mechanische Einrichtung, die den Förderkorb nach einem ungewollten Übertreiben der Fördermaschine bei einem Seilriß vor dem Absturz in den Schacht schützt. Hierbei klemmen sich nach einer Zugentlastung des Fördergeschirrs die angebrachten Fangzähne in die Spurlatten und stoppen den Korb vor dem Herunterfallen in den Schacht. |
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| Fehlschichten | Unentschuldigte Schichten oder Fernbleiben von der Arbeitsstelle. 1949 = 15,14% | |
| Feierschicht | Freier Tag, der teilweise oder sogar voll bezahlt wird | |
| Ferromatik-stempel | siehe Stempel |
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| Fertigzement | Wird entweder mit Wagen oder über eine Druckleitung (Baustoffleitung) angefördert um z.B. Ankerstrecken zu verblasen. |
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| Fettlapp | (Schmierlapp) - Unfreundliche Person "Der Fritz is'n echten Fettlapp, der hat mich beim Steiger angeschissen, weil ich gestern früher ausgefahren bin" |
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| Filter | siehe Selbstretter, Filterselbstretter
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| Filtertasche | Tasche zur Unterbringung des Selbstretters welche auf den Lampengurt aufgezogen wird und immer "am Mann" getragen werden muß.
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| First, Firste | Die Decke in einem Grubenbau |
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| Flachseil | Aus Manilahanf gefertigtes Seil, fälschlicher Weise auch "Aloé-Seil" genannt. Wurde im Ruhrgebiet noch bis 1890 eingesetzt, dann aber aus sicherheitstechnischen, kostenpolitischen und wegen deutlich höheren Last- und Standfestigkeitskennzahlen vom Stahlseil verdrängt.
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| Flappe ziehn | Schlecht gelaunt sein. "Wat ziehst'n du für'ne Flappe, schlecht gepennt?" -> Wie siehst du denn aus, nicht gut geschlafen?" |
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| Flotation | Trennungsmaschine bei der die physikalischen Eigenschaften (Hydrophopie und Ölohilie) der Kohle ausgenutzt werden. Da feine Kohlepartikel sich mit Öl verbinden, wird ein Flotationsöl der Trübe beigegeben und diese wird mit Luftbläschen versetzt, bis das Substrat an der Oberfläche ausschäumt. Dann wird das kohlehaltige Substrat abgeschöpft und entwässert. |
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| Flottmann | Siehe auch Abbauhammer. Hersteller von Bergbauzubehör in Herne. -> Flottmannhämmer |
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| Flöz | Eingeschlossene Kohlenschicht zwischen den Gesteinsschichten
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| Flözmächtigkeit | Die Dicke (Höhe der Kohle) eines Flözes -> Mächtigkeit | |
| Flözstrecke | Eine im Flöz (Kohle) aufgefahrene Strecke |
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| Förderberg | Ansteigende Strecke in der ein Gurtband das Fördergut aufwärts fördert. Gegenteil von Bremsberg. |
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| Fördergerüst | Gerüst; zumeist aus Stahl (vormals aus Holz), mit abgestrebten Stützen, welches die Seilscheiben trägt. Die Fördermaschine steht in einiger Entfernung dazu. Andere Bauformen sind z.B. der Förderturm oder auch der Malakoffturm |
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| Förderhaspel | Fördereinrichtung, vergleichbar einer Winde. Das Förderseil wird auf- und abgewickelt. Siehe Haspel | |
| Förderkorb | (Schale) Gestell zur Aufnahme der Förderwagen und zur Personenbeförderung welches zum Transport im Schacht dient.
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| Fördermaschine | Treibt oder wickelt das Förderseil auf
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| Fördermaschinist | Bedient die Fördermaschine
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| Fördermittel | Jegliche zur Förderung genutze technische Einrichtung (Gurtband, Kettenförderer, Grubenlok etc.) |
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| Förderseil | Drahtseil an dem der Förderkorb angehängt ist. Unterschieden wird in Längsschlag- und Kreuzschlagseil. Bevorzugt wird das drallfreie Kreuzschlagseil, da dieses weniger die Spurlatten belastet.
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| Fördersignal | Akustisches Signal zur Aufnahme oder Beendigung der Seilfahrt |
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| Fördersohle | Auf dieser Sohle wird die gewonnene Kohle gesammelt und nach übertage gefördert |
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| Förderturm | Kubische Bauform eines Fördergerüstes aus Stahlfachwerk (Beton) welches mit einer hochstehenden Fördermaschine (Turmfördermaschine) ausgestattet ist. |
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| Förderwagen | Gleisgebundene Waggons mit einem Füllvermögen von 5000 Litern oder mehr. Zu den Anfängen wurden Förderwagen mit 600 Litern Rauminhalt genutzt |
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| Freischicht | Je nach verfahrenen Schichten (z.B. Nachtschichten) steht einem Bergmann eine vergütete Freischicht zu. |
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| Fremdversatz | Zugekauftes Material für den Versatz |
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| Frimeln | Komplizierte Arbeit die etwas Feingefühl erfordert |
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| Fringsen | Kohlenklau in der Nachkriegszeit. Nach dem Oberhaupt der katholischen Kirche im Ruhrgebiet; Kardinal Josef Frings (1887-1978) benanntes "Besorgen" von Lebensmitteln und Kohlen. Dieser sprach sich für eine Nichtverfolgung solcher kleiner Delikte in seiner Sylvesterpredigt 1946 aus. |
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| Frischwetter | Unverbrauchte Luft |
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| Frosch | Altertümliche nicht schlagwettergeschützte offene Beleuchtung. Lampengefäß mit einem Docht. Als Brandmittel kam Öl zu Verwendung. Der Frosch löste die Kerzen und Fackeln ab, die bis dahin zur Beleuchtung benutzt wurden |
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| Füllort | Groß dimensioniertes Grubengebäude am Schacht. Hier werden die Förderwagen auf den Förderkorb geschoben und Frisch- oder Abwetter in/aus die/der Grube geleitet.
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| Fundgrube | Die Fundgrube schließt sich zu beiden Seiten des Fundpunktes an. Sie ist die älteste Form des Bergwerkseigentums und hat im Laufe der Geschichte und in den gesetzlichen Bestimmungen eine Vielzahl von Größen erhalten. Anfänglich war es ein Quadrat mit sieben Lachtern (14,64 m) Seitenlänge mit dem Fundpunkt im Zentrum, welche dann auch Geviert genannt wurde. Da diese kleine Flächenausdehnung aber schon bald für den Steinkohlebergbau nicht mehr zweckmäßig war, wurde zuerst ein Wehr verliehen (14 x 7 Lachter). Später wurde dann die Länge der Fundgrube auf 42 Lachter erhöht. |
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| Fundpunkt | An diesem wird durch eine Bohrung oder Grabung das Vorhandensein eines Bauwürdigen Flözes nachgewiesen. |
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| Futeln | (fudeln) - Unsachgemässes Arbeiten; auch fuschen oder betuppen. "Na, dann fudeln wir heute halt heute ein paar Tonnen dazu, gestern habe wir sowieso nicht genug gemeldet..." |
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| Futsack | (Futtsack, Futzack) - Der Begriff, der eher im westlichen Ruhrgebiet verwandt wird und eine Störung oder einen Förderausfall umschreibt geht wohl auf den landwirtschaftlichen Hintergrund des Niederrheins zurück. Dort wurden den in der Landwirtschaft eingesetzten Zug- bzw. Lasttiere bei einer Pause sogenannte Füttersäcke (Futsack) umgebunden, woraus die Tiere bei dieser vorgegebenen Zwangspause essen konnten. Daher stammt wohl der Begriff "Futsack", der ja auch eine Zwangspause umschreibt. |
| G |
| Gasschutzwehr | siehe Grubenwehr | |
| Gebirgsdruck | Auf das Grubengebäude einwirkender Druck. Dieser führt zur Deformation von Ausbauen oder zum Hochquellen der Sohle. Kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust (Verbruch) einer Strecke führen, wobei diese unpassierbar wird.
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| Gebirgsschlag | Durch den Bergbau ausgelöstes plötzlich eintretendes Lösen von Gebirgsspannungen, oft mit einhergehendem Verbruch des Grubengebäudes. Umgangssprachlich fälschlicherweise Erdbeben genannt, da dieser auch übertägig spürbar ist. |
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| Gedinge | Leistungsabhängige Vergütung im Bergbau |
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| Gefahren im Bergbau | Die Sicherheitsvorschriften wurden über die Jahrzehnte deutlich verbessert und heute sind die Unfallziffern vergleichbar denen der übrigen Industriebetriebe. Aber noch vor gut fünfzig Jahren sah dies anders aus. Todesanzeigen allein der verunglückten Angestellten (Steiger) von Sept./Oktober 1954
Besonders tragisch sind dann folgende Anzeigen zu lesen:
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| Gefrierverfahren | Dieses Teufverfahren gefriert eine Säule um den zu teufenden Schacht, um diesen vor Wasser oder vor dem Eindringen flüssiger Schichten zu schützen. Heute die mit Abstand häufigste Art einen Schacht abzuteufen.
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| Gegenort | Um eine Strecke schneller zu erstellen, wird von zwei Seiten begonnen diese aufzufahren (Gegenortbetrieb) |
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| Geleucht | Lampe (Kopf oder Handlampe) - Füher wurden schlagwettergeschützte Benzin- oder Ölbrandlampen und später elektrische Pottlampen ausgegeben. Heute werden nur noch Akkulampen (Kopflampen) eingesetzt.
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| Gesamtmächtigkeit | Anhand von Probebohrungen und schon aufgeschlossenen Flözen geschätzte "Gesamtmächtigkeit" der Kohlenflöze im Ruhrgebiet. Dies sind nur Anhaltswerte, da die Gesamtmächtigkeit stark von der Lage anhängig ist. So ist im zentralen Ruhrgebiet (Bochum-Dortmund) die Gesamtmächtigkeit deutlich höher als am Niederrhein. |
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| Gesenk | Nach unten getäufter Blindschacht ohne Verbindung zur Tagesoberfläche |
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| Gesteinsstaub- sperre | siehe Wassertrogsperre
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| Gesteinsstaub- verfahren | Schlagwetterbekämpfung mittels Gesteinsstaub |
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| Gesteinstemperatur | Diese nimmt mit Zunahme der Teufe zu - Geothermie oder Erdwärme | |
| Gestellförderung | Hier werden die Wagen auf die verschiedenen Böden des Förderkorbs geschoben und zutage gehoben. vgl. Skipförderung |
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| Gewinnung | Abbau von Mineral |
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| Gezähe | So wird allgemein das Werkzeug genannt |
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| Gezähekiste | Aufbewahrungskiste für das Werkzeug oder Material
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| Gezähetasche | Umhängetasche zur Aufbewahrung und Transport des nötigsten Werkzeugs | |
| Gliedermaßstab | siehe Zollstock | |
| Glykolanlage | Um das Einfrieren der Kohle bei einem winterlichen Bahntransport zu vermeiden wird die Kohle nach der Verladung mit Glykol besprüht | |
| Glückauf | Glück Auf - Gruss der bergmännischen Belegschaft. Im 16. Jahrhundert im erzgebirgischen Erzbergbau entstanden (es mögen sich Erzgänge auftun) wurde dieser Gruß im Steinkohlenbergbau übernommen. Untertage reicht auch ein einfaches "Auf". Wegen der Nähe der Berufe wird dieser auch unter den Hüttenleuten verwendet. |
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| Gon | 1937 in Deutschland eingeführte Winkeleinteilung im Bergbau 90°=100Gon diese ermöglicht das leichtere Dezimalrechnen des Bogenmaßes |
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| Göpel | Durch Pferdekraft angetriebenes Fördermittel, welches durch Zahnräder eine horizontale Kraft in ein vertikales Moment umsetzt |
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| Granate | Vase, Bolzen, 0,5er, Iso, Halbe, Durstlöscher...etc. eine Dose Bier | |
| Grube | Zeche, Bergwerk, Schachtanlage oder Pütt | |
| Grubenbetrieb | Gesamtheit der untertägigen Betriebe. Gegensatz von Tagesbetrieb | |
| Grubenbrand | untertägiger Brand
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| Grubenbahn | Schienengebundene Personen-, Material- und Kohlenförderung | |
| Grubenengel | Grubenwehr | |
| Grubenfeld | siehe Baufeld |
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| Grubengas | Austretendes Gas bei der Gewinnung von Steinkohle. Vorwiegend Methan (CH⁴) und Kohlendioxid (CO²) - siehe Methan |
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| Grubengold | aufwertende Allgemeinumschreibung von Steinkohle | |
| Grubenholz | Speziell behandeltes Holz zur Erstellung von Ausbauen Unbehandeltes Grubenholz hat nur eine Standdauer von 3,8 Jahren, wogegen behandeltes Holz über 13 Jahre unempfindlich bleibt |
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| Grubenholzbedarf | Der rechnerische Bedarf an Grubenholz (für Ausbau, Verzug etc.) in Festmetern je 1000 t Förderung |
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| Grubenlampe | Elektrische Leuchte der bergmännischen Belegschaft. Heute werden nur noch Kopflampen als Mannschaftslampe eingesetzt. Das untere Bild zeigt Pottlampen aus den 1960er Jahren.
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| Grubenlok | Fördert die Grubenwagen zum Schacht und übernimmt Transportaufgaben. Verschiedene Antriebsarten sind möglich:
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| Grubenlüfter | (Lüfter, Diffusor) - Ventilationsanlage die das Grubengebäude belüftet. Es gibt zwei Arten: einziehende oder ausziehende.
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| Grubenpferd | Seit etwa 1850 bis in die 1960er Jahre wurden Grubenpferde zur Förderung der Loren in der Streckenförderung eingesetzt. Zur Einführeng kam es seltsamerweise nicht vorwiegend wegen der ökonomischen Vorteile sondern wegen eines Engpasses an Schleppern. Die Streckenquerschnitte der alten Gruben waren aber so gering, das zu Anfang schottische Ponys oder kleine Pony Esel eingesetzt wurden, welche später durch Pferde ersetzt wurden. Bis etwa in die 1860er wurden die Pferde täglich in und aus der Grube gebracht, dies wurde aber in folge wegen der hohen Kosten eingestellt und die Pferde bekamen untertägige Pferdeställe. Im Jahr 1899 wird die Zahl der unter Tage stehenden Pferde auf 7000 - 8000 geschätzt. Trotz der damaligen recht guten Pflege waren besonders die Grubenpferde bezüglich verschiedener Krankheiten besonders gefährdet. So gingen etwa im Jahre 1900 allein auf der Schachtanlage Victoria Mathias 114 Pferde an der Rotzkrankheit ein.
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| Grubentelefon | Schlagwettergeschützte Telefonanlage untertage
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| Grubenunglück | Schwere Schlagwetter- oder Kohlenstaubexplosion in einem Bergwerk. |
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| Grubenwarte | Hier laufen alle Meldungen des Grubenbetriebes auf; von hier wird der Abbaubetrieb gesteuert, sowie die für die Sicherheit des Grubenbetriebs relevanten Daten ausgewertet und Maßnahmen getroffen |
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| Grubenwehr | Die Feuerwehr eines Bergwerks. Diese löscht Grubenbrände oder verhindert deren Ausbreitung im Grubengebäude durch das Abdämmen von Strecken. Die Grubenwehr ist für das Bergen von verunglückten Bergleuten genauso zuständig wie zur Vorbeugung von Brandgefahren sowie für den Erhalt und die Betriebssicherheit der Brandschutzeinrichtungen.
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| Gubenfahrrad | Ein Fahrrad welches auf Schienen fährt. Wird zumeist von Schlossern dort eingesetzt wo kein regelmäßiger Bahnverkehr herrscht oder sich eine Anfahrt einer Lok nicht lohnt, um an abgelegene Betriebspunkte zu gelangen.
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| Grubengott | Scherzhafte Bezeichnung für ehemals hohe leitende Angestellte des Grubenbetriebes | |
| Gummibude | Arbeitsraum der Mitarbeiter, die die Gurtbänder warten, reparieren und verlängern. |
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| Gummimesser | Messer mit gekrümmter Klinge, welches zum Schneiden der Gurtbänder benutzt wird |
| H |
| Haarnetz | Sicherheitsausrüstung für die langhaarigen Belegschaftsmitglieder, um diesen ein oder mehrere schmerzhafte Rotationen um laufende Antriebe zu ersparen... |
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| Hackenleistung | Schnitt der Abbauleistung eines Bergmanns | ||||||||||||||||||||||||||||
| Hängebank | Hier läuft die übertägige Kohlenförderung. Entweder ebenerdig (Rasenhängebank) oder unter Nennung der Höhe der Hängebank zu NN. Zur Zeit werden Hängebankhöhen von 10-17m erreicht
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| Hängen lassen | Umgangssprachlich jemanden im Stich lassen. Im Bergbau ist damit das Herablassen eines Förderkorbs etc. gemeint |
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| Handwaschpaste | Ohne die ging nix! Der widerspenstigen Mischung aus Fett, Öl, Kohle und Schweiß konnte man nur mithilfe dieser und der Zuhilfenahme einer Nagelbürste zu Leibe rücken | ||||||||||||||||||||||||||||
| Halbtonner | (1...10) Tonner - Mechanischer Hubzug, der entweder mechanisch oder pneumatisch angetrieben wird. Dieser wird zum hochziehen von Lasten verwandt |
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| Halde | (Bergehalde, Abraumhalde) - Hier wird das blinde (nicht verwertbare) Gestein aufgeschüttet und endgelagert. Diese erreichen Höhen von bis zu 200 m und sind die Berge des Ruhrgebiets |
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| Hammerkopfturm | Turmförderanlage mit ausladenden Oberteil der die Turmfördermaschine aufnimmt
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| Hampelmann | siehe Fallriegel (Kipphebel) |
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| Hanfseil | Vorgänger des Gußstahl-Drahtseiles. Verlor ab 1867 an Bedeutung, da geringere Bruchfestigkeit als Stahlseile | ||||||||||||||||||||||||||||
| Hangende | Die Gesteinsschicht über einem Flöz |
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| Haspel | Fördermittel (Winde) zur Förderung von an dem Seilgut angehängter Lasten
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| Haufwerk | Ein Haufen Gestein der meist von Hand weggeschüppt werden muss |
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| Hauer | Bergmann der in der Gewinnung arbeitet |
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| Hauerbrief | Hauerschein, Knappenbrief - Ernennungsurkunde (vergleichbar mit heutigen Facharbeiterbrief) nach erfolgreich abgelegter Hauerprüfung | ||||||||||||||||||||||||||||
| Hauptantrieb | Neben- (Hilfs)antrieb - Der Hauptantrieb (stärkster Motor) treibt die Abbaumaschine an. Da die Motorleistung aufgrund der kleinen Dimensionen der Grubenbaue und der Länge des Abbaubetriebes oft nicht ausreicht, wird an der Kehrseite meist ein Neben-(Hilfs)antrieb installiert um den Hauptantrieb zu unterstützen.
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| Heildiener | So wird der Sanitäter des Bergwerks genannt. In der Heildienerstube (Verbandsstube) werden leichtere Verletzungen behandelt und in das Verbandsbuch eingetragen |
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| Heilige Barbara | Schutzpatronin der Bergleute und der Artillerie. Der Barbaratag wird alljährlich am 4.12. begangen |
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| Heizwert |
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| Helix | Strebauffahrungsmaschine |
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| Helm | Arbeitshelm - Kopfschutzbedeckung zum Schutz vor Kopfverletzungen, an diesem wird die sog. Kopflampe befestigt. |
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| Hereingewinnen | Abbauen |
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| Herrichtung | Einbringen der technischen Anlagen in ein Abbaurevier |
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| Hierachie | An erster Stelle steht der Bergwerksdirektor, dann folgen die Betriebsführer (Produktion, Gewinnung), Obersteiger, Fahrsteiger, Reviersteiger und Steiger. In der Mannschaftshierachie steht der Rutschenbär und Ortsältester (vgl. Vorarbeiter) den Hauern, Facharbeitern und Helfern vor. Früher gab es strikte Regeln wobei der Grubenbetriebsführer eine besondere Stellung einnahm. Er war der Mann der alle Fäden untertage in strenger Hand hielt. Aber auch die Steiger hatten umfassende Befugnisse und konnten Mitarbeitern Geldbußen oder gar die fristlose Kündigung aussprechen. Im Zuge der Sozialisierung des Arbeitsrechts und der Erstarkung der Gewerkschaften wird heute aber ein eher normaler Umgang zwischen Steigern und Mitarbeitern gepflegt. |
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| Hobel | (Hobelstreb) - Durch eine Hobelanlage wird die zum Abbau anstehende Kohleschicht vom Flöz gelöst (abgeschält)
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| Hobelkette | Stahlkette mit der der Hobel durch den Streb gezogen wird. In den Anfängen dienten hierzu Ankerketten von Schiffen |
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| Hobeln | Schälende Gewinnung mithilfe eines Hobels |
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| Holzplatz | Diente zur Lagerung des Grubenholzes
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| Hüttenzeche | Bergwerk welches ausschließlich der Versorgung der Eisenhütten (Stahlwerke) mit Kokskohle diente. Hüttenzechen wurden zumeist von den großen Stahlunternehmen wie Krupp, Hoesch oder Thyssen zur Eigenversorgung der Kokereien betrieben. |
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| Hydrogrube | Bergwerk mit hydromechanischer Gewinnung. Dadurch können stark- oder steilgelagerte Flöze abgebaut werden. Der Abbau erfolgt dort durch einen Druckwasserstrahl (100 bar). Das Fördergut wird mithilfe von Wasser zutage gehoben. Erste Versuche wurden auf Pörtingsiepen/Carl Funke (1968-1972) und Gneisenau (1971-1977) durchgeführt.
Bekannt wurde die Hydrogrube Hansa, welche das Verfahren 1977 im Rahmen eines Forschungsvorhaben einführte und als erste Grube in Westeuropa sowohl den Abbau als auch die Förderung vollständig hydraulisch durchführte. Ohne die Einstellung des konventionellen Abbaus, mußten dazu 17.500 m³ an neuen Grubengebäuden errichtet und 30.000 m Rohrleitung verlegt werden. 1980 wurde das Forschungsvorhaben wegen unzureichenden Abbauleistungen (<3500 tato) und des kostenintensiven Betriebes eingestellt. Wird nicht mehr ausgeübt. |
| I |
| ICE | Umgangssprachliche Umschreibung für den Personenzug untertage |
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| IGBE (IGBCE) | Industrie Gewerkschaft Bergbau (Chemie) und Energie. Gewerkschaftsverband des Bergbaus |
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| Augenschein | Zur sogenannte Inaugenscheinnahme mußte früher das Flöz freigelegt werden, das heißt der Bergbeamte musste das enblößte Flöz vorort begutachten können. Später, bei der Zunahme der Teufe, ging man auf die Bohrerschließung über. Dazu wurde der Bohrkern nach durchstößenen Karbonschichten geprüft und nachfolgend die Mutung von der Bergbehörde bestätigt. |
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| Industrie- mechaniker | Schlosser |
| J |
| Jacke ziehen | Umgangsprachlich sich einschmeicheln "Geh' mal beim Steiger seine Jacke ziehn" |
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| Jugendkaue | Eigene Kaue für die Auszubildenden unter 18 Jahren |
| K |
| Kämpferdruck | Druckspitze des First- Sohlengewölbes welches in Folge des Abbaus dem Streb voreilt | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kalimero | Calimero - Schutzhelm | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kanarienvögel | Diese dienten als "Lebensversicherung" der Bergleute vor matten Wettern, da diese aufgrund der hohen Stoffwechselrate besonders empfindlich auf "schlechte" Wetter (vorhandenes Kohlenmonoxid CO) reagieren. |
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| Kappe | (Lederkappe) - Vor Einführung des Sicherheitshelms wurden Lederkappen zum Schutz vor niederfallendem Gestein getragen. Aber auch ein Eisenprofil oder Holzbalken welcher das Hangende abstützt und dieses vor dem Einbrechen in den Grubenbau schützt |
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| Kappschuh | Stahlformteil um das Lastabgleiten der Kappe vom Stempel zu verhindern |
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| Katzengold | Pyrit (FeS 2) Schwefeldisulfit - Goldglänzendes Mineral welches im Karbon vorkommt
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| Kaue | Besteht zumeist aus drei Räumen (Weisskaue, Dusche, Schwarzkaue). In der Weißkaue legt der Bergmann seine Strassenkleidung ab und geht durch die Duschräume zur Schwarzkaue. Dort zieht er seine Arbeitskleidung an. Bei Schichtende hängt der Bergmann seine Arbeitskleidung wieder in der Schwarzkaue auf, duscht und zieht sich in der Weißkaue wieder an.
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| Kauenhaken | Dort hängt der Bergmann seine Kleidung auf. Zumeist an Ketten oder Seilen aufgehängt wurden diese bis unter die Decke gezogen und abgeschlossen, um das Reinigen der Kaue zu erleichtern. Jeder Kauenhaken war personalisiert d.h. nur der Bergmann dem der Haken gehörte hatte einen Schlüssel zum lösen des angebrachten Schloßes. Wurde der Schlüssel verloren, rückte der Kauenwärter nach viel Papierkram mit einem Bolzenschneider an und schnitt den Korb (Kauenhaken) kurzerhand ab. Zum Schutz vor versehentlichen Herunterfallen der Kleidungsstücke durch das Aufziehen oder Herunterlassen von Nachbarkörben knotete man die Ärmel der Arbeitsjacke um die aufgehängten Wäschestücke. Bevor es die Stempelmarken gab wurden dort auch kurze Notizen des Reviersteigers in die Ketten gesteckt (siehe Bild) um an säumige oder wichtige Termine zu erinnern. Kauenhaken mit Beschwerungsgewichten (siehe Bild) wurden in den 80er Jahren zumeist wegen der Unfallgefahr ausgetauscht und sind heute ein begehrtes Sammelobjekt. Unfälle in der Kaue waren immer schon ein Problem, da dort oft Werkzeuge (Schraubenschlüssel, Hämmer etc.) zwischengelagert wurden die durch die Löseversuche der Nachbarn herunterfielen und jemanden ungewollt aus großer Höhe trafen. Seitens der Betriebsführung wurden Stichpunktkontrollen durchgeführt und Haken die schwerer als der Durchschnitt waren, wurden einfach abgeschnitten und der Inhaber wurde vor Schichtbeginn zu einem sehr persönlichen Gespräch geladen.
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| Kauenlatschen | gestellte grüne Badelatschen (Badepantinen) |
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| Kauenwärter | Mitarbeiter der sich um die Kaue kümmert. Dieser reinigt, repariert kleinere Defekte und kümmert sich um alles rund um die "Umkleide" der Bergleute. |
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| Kauenwhisky | Kostenfrei zu Verfügung gestelltes aromatisiertes Getränk, welches jeder in seine Getränkeflasche (Pulle) abfüllen kann. Ich fand das Zeug fürchterlich... Aber immerhin besser als zu Verdursten. |
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| kautschen | Schlussbindung eines Seiles zur Aufnahme verschiedener Anschläge |
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| Kawenzmann | Ein sehr großes Stück Kohle oder Gestein, aber auch für eine füllige oder große Person gebräuchlich |
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| Keilhaue | Werkzeug zum Lösen von Kohle |
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| Kerbmaschine | Maschine zum Erstellen eines Kerbs
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| Kettenförderer | (Ein- Zweikettenförderer) - Horizontale mechanische Fördereinrichtung für körniges Gut. Die Mitnehmer sind an einer oder mehreren Endlosketten angebracht und nehmen das Fördergut mit. Kann bis zu einem gewissen Grad auch in der Auf- oder Abwärtsförderung genutzt werden. Wird aufgrund der massiven Bauart auch als Panzerförderer oder schlicht Panzer bezeichnet
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| Kindergarten | Liebevolle Bezeichnung des Lehrreviers | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kipphebel | siehe Fallriegel | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kittel | Grubenkittel, Meisterkittel - Früher wurde von den Aufsichten eine lange weiße Arbeitsjacke mit zweireihigem Knopfbesatz getragen. Abwertende Bezeichnung der Aufsichten: "Da kom'se wieder, die Kittel". Heute wird generell eine einheitliche Arbeitskleidung getragen, daher nicht mehr anwendbar.
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| Klanke | Schadenstelle in einem Seil, welche bei Zugbeanspruchung eines verdrehten Seiles entsteht |
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| Kleinzeche | "Zeche Eimerweis" - Kleinzechen oder Stollenbetriebe im südlichen Ruhrgebiet mit einer Belegschaft von deutlich unter 50 Mitarbeitern. Im Jahre 1961 belief sich die Förderung solcher Kleinbetrieb in NRW dennoch auf 671.418 t bei einer Mitarbeiterzahl von 2274 Angestellten und Arbeitern. |
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| Klotzen | (Ranklotzen, Reinklotzen) - sich ins Zeug legen "Männer, wenn wir nicht richtig ranklotzen werden wir hier bis Schichtende nich' fetich" |
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| Kluft - Klüfte | Klüfte und Spalten entstehen durch Gebirgsverschiebungen. Sie sind Hohlräume in denen sich Mineralien ablagern können. Aufgrund der Tektonik im Steinkohlenbergbau aber seltener anzutreffen. |
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| Klumpatsch | Unnötiges oder Hinderliches | |||||||||||||||||||||||||||||
| Knabbel | Ein großes Stück Kohle oder auch Gestein |
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| Knabbelbrecher | (Brecher) - Zerkleinerungsanlage für große Förderstücke > 120 mm |
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| Knapp | Arbeitsabschnitt des Hauers in Streb (bei Gewinnung von Hand) |
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| Knappe | Eine nicht mehr sehr zeitgemäße Umschreibung eines Bergmanns; dennoch historisch von enormer Bedeutung. Ein Knappe hatte seine bergmänische Berufsausbildung erfolgreich bestanden. Heute gerne als "Knappenvereinigung, Knappenchor etc." gebraucht. |
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| Knappschuß | Misslungener Schuß durch geringe Bohrlochtiefe oder zu wenig Besatz. Bei einem Doppelschuß: "Brille schießen" | |||||||||||||||||||||||||||||
| Knifte | Butterbrot (Dubbel) oder auch der Spalt zwischen den beiden Gesäßbacken |
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| Knippstange | Auch als Brechstange oder Kuhfuss bekannt. Mit genügender Länge dessen, kann man fast alles bewegen... |
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| Knochen (Elekto) | Dreikantschlüsselsatz zum Öffnen Ex.-geschützter E-Anlagen. Grundausstattung der Elektriker |
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| Koepe-Förderung | Mechanische Fördereinrichtung die das Förderseil nicht aufwickelt sondern auf einer Scheibe treibt. Auch Treibscheibenförderung genannt. Da die Klemmkraft für ein Zugseil meist nicht ausreicht und das Seil sonst rutschen würde, wird ein Unterseil benötigt um das Kräftegleichgewicht herzustellen.
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| Koepescheibe | siehe Koepe-Förderung |
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| Kohlenarten | (Anthrazit, Magerkohle, Esskohle, Fettkohle, Gaskohle, Gasflammkohle) Die Ruhrkohlen werden nach dem Gehalt von Flüchtigen Bestandteilen (*waf) beurteilt. An den Grenzen enscheidet das Backvermögen, gekennzeichnet durch die Blähzahl, über die Zugehörigkeit zu einer Kohlenart. Kohlearten mit einem geringen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen (Mager- und Anthrazitkohlen) werden als sogenannte Hausbrandkohle zur Feuerung von privaten Öfen oder industriell genutzt. Die Fettkohle wird als Kokskohle verkokt. Mit der Abnahme an Flüchtigen Bestandteilen steigt der Inkohlungsgrad, das heißt das Alter der Kohle und damit nimmt der Kohlenstoffgehalt und Heizwert zu. Flammkohlen >40 (Dorstener Schichten) |
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| Kohlenkasten | Sammelkasten für Kohle am Fuße eines steilgelagerten Strebs. Aus dem Kohlenkasten wird die Kohle in die Förderwagen verladen. Das Wort wird aber auch für eine Kohlenschütte gebraucht, mit der die Nusskohle vom Keller in die Wohnung und diese dann in den Ofen geschüttet wird. |
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| Kohleklein | Kohlekleinanfall - Durch Zerkleinerung beim Abbau oder beim Transport entstandenes Feingut. Speziell bei Hausbrandzechen musste der Anfall von Feinkohlen vermieden werden, da die dadurch entstandene Feinkohle nur schwer oder zumindest mit kaum einem Gewinn verkauft werden konnte. | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kohlenvorrat | Der Kohlenvorrat im Ruhrgebiet wird mit geschätzten 85 Mrd. t angenommen, welche aber nur teilweise gewinnbar sind. 12 Mrd. t sind bereits abgebaut worden. Die größte Menge mit 12 Mrd. t steht in einer Teufe von 1500 m an und nimmt bis zu einer Teufe von über 3000 m stetig ab.
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| Kohlenwäsche | siehe Wäsche |
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| Kohlenwerk | Kohlwerk, Kohlberg - altertümliche Bezeichnung einer Zeche oder eines Bergwerks |
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| Kohlenzeche | siehe Pütt |
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| Kohlepfennig | Ausgelaufene Förderung (1974-1995) für den Steinkohlenbergbau. Endverbraucherabgabe zur Verstromung von heimischer Steinkohle. |
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| Kokerei | Hier wird der für die Stahlerzeugung notwendige Koks erzeugt
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| Koks | Verkokte Steinkohle wird in Stahlwerken zur Erzeugung von Stahl genutzt. Als einzige allein verkokbare Kohlenart gilt die Fettkohle. Alle anderen Kohlenarten werden nur als Mischung oder als Magerungsmittel eingesetzt. Prinzip: Die Ofenkammern (Volumen 20-70 m³) werden mit der vorgeheizten Kokskohle beschickt und luftdicht verschlossen. Der Wärmeübergang von den ca. 1100°C heißen Heizwänden zersetzt die organische Kohlensubstanz. Nach einer vorgeschriebenen Garungszeit wird der ausgegarte Koks mit einer parallel zur Ofenbatterie verfahrbaren Ausdrückmaschine aus dem Ofen gedrückt. Der Koks wird dann in einem Löschwagen gelöscht (abgekühlt). Man unterscheidet hierbei zwei Verfahren einmal das Nasslöschen mit Wasser zum andern die Kokstrockenkühlung (KTK) mit Inertgas. Die fertige Kokskohle unterscheidet sich deutlich in Gewicht und Aussehen von der zur Verkokung eingesetzten Kohle.
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| Kolonie | Zechenkolonie - Bergmannshäuser die von der Bergwerksgesellschaft erbaut wurden um günstigen Wohnraum für die Belegschaftsmitglieder zu schaffen. | |||||||||||||||||||||||||||||
| Königswelle | Vertikales Drehlager z.B. bei einem Rundeindicker |
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| Konventioneller Steckenvortrieb | Bohren und Schießen. Hauptsächlich von Hand |
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| Kopflampe | Batteriebetriebene (Akku) schlagwettergeschütze Personenlampe. Der Leuchtkopf ist mit einem ca. 1 m langen Kabel mit dem Akku verbunden. Der Akku wird am Lampengürtel befestigt, der Lampenkopf kann am Helm befestigt werden. |
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| Korb | siehe Förderkorb |
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| korbgängig | Material oder Maschinen die im Förderkorb transportiert werden können. Nicht korbgängig sind z.B. Rohre oder sonstiges Langgut, diese werden zum Transport unter dem Förderkorb angeschlagen | |||||||||||||||||||||||||||||
| Korngröße | Die Ruhrkohle wird in folgende Korngrößen (mm) eingeteilt:
K.=Körnung |
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| Kostgänger | Mietverhältniss bei dem nicht nur das Übernachten und die Verpflegung inbegriffen war. Je nach "Vertrag" konnte der Kostgänger auch die Vermieterin "mieten". Hiebei unterschied man zwischen 1/4 (Übernachtung), 1/2 (Übernachtung, Verköstigung und Kleiderreinigung) und Vollkost (Alles drum und dran). Heute nicht mehr aktuell. |
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| Krählwerk | mechanische Einrichtung zur Höhennivellierung der Mitnehmerausleger eines Rundeindickers |
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| Krätzer | Werkzeug mit dreieckigem Blatt zum Herauskratzen von Gestein oder Kohle, ähnelt einer Hacke mit breitem Zinken |
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| Kreiselwipper | siehe Wipper | |||||||||||||||||||||||||||||
| Kühlmaschine | Um die Temperaturen (untertage) auf ein erträgliches Maß zu senken, werden Kühlmaschinen eingesetzt. Diese arbeiten ähnlich wie eine Klimaanlage. Die Ersteinführung eines Strebkühlers im Jahr 1951 auf der Zeche Neumühl startete den Einsatz von Kühlmaschinen. Vorher wurde nur durch den Wetterstrom oder mithilfe von Lutten bewettert wobei der Kühleffekt sehr gering war. |
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| Kulibahn | Schienenflurbahn zum Personaltransport |
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| Kumpel | Bergmann, Bergarbeiter ugs. Freund oder Kollege |
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| Kumpel Anton | Figur von Wilhelm Herbert Koch mit vergnüglichen Geschichten und Anekdoten von "anne Ruhr" im Zeitgeist der 1960er, diese sind in der WAZ erschienen |
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| Kurvenband | Kurvengängige Bandanlage
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| Kux (e) | Anteilsschein (vergleichbar einer Aktie) an dem Kapitalvermögen einer Bergwerksgesellschaft nach Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 685.: |
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| L |
| Laberkopp | Einer der viel Schwachsinn erzählt |
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| Lachter | Altes Längenmaß 1 Lachter = 2,092 m | |
| Ladeblech | Blech welches beim Beladen zwischen den Förderwagen aufgelegt wird um ein Verschmutzen der Gleise zu verhindern |
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| Ladestelle | Hier wird die Kohle in die Förderwagen verladen und zum Schacht befördert
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| Lagerungs-verhältniss | Das Lagerungsverhältniss gibt das Einfallen der Kohleflöze zum Gebirgshorizont an. Siehe auch Gon |
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| Lampenbude | (Lampenstube) - Hier werden die Grubenlampen ausgegeben, gewartet, geladen und repariert. Früher wurden für Beschädigungen regide Strafen vom Lohn einbehalten um einen sorgsamen Umgang mit dem Geleucht zu fördern. Der Verlust einer Grubenlampe kam damals einem Wochenlohn gleich! Gewaltsam geöffnete Sicherheitsverschlüsse wurden sogar mit fristloser Kündigung geahndet...
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| Lampengeld | Eine Zulage die den Mitarbeitern zusteht, die Ersatz- oder Zuglampen mitführen. Diese hatten früher ein nicht zu verachtendes Gewicht daher wurde diese Zulage gewährt. |
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| Lampengurt | Gürtel mit doppelter Lasche zum Anschnallen des Akkus der Grubenlampe |
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| Landabsatz | (früher Debit) - Verladung der Kohle für den Verkauf zumeist auf LKW. Früher auf Hand- oder Pferdekarren später dann auf die LKW's der Brennstoffhändler für die Hausbrandversorgung
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| Laufschicht | Eine bezahlte Schicht die z.B. bei Anlegung oder Abkehr gewährt wird um die nötigen betrieblichen Dokumente zu erhalten. Ist oft mit sehr viel "Lauferei" verbunden, daher Laufschicht |
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| Laufsteiger | Springer - Junger Steiger (Berufsanfänger in leitender Funktion) der für verschiedenste Aufgaben eingesetzt wurde. Nach erfolgreichem Durchgang wurde dieser später seiner Befähigung gemäß eingesetzt. |
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| Ledigenheim | siehe Bullenkloster |
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| Lehrrevier | Hier werden die Auszubildenden in die untertägigen Arbeitsabläufe eingewiesen und ausgebildet | |
| Lehrstollen | Lehrstreb - Übertägiger Ausbildungsort um den Auszubildenden das Geschehen realitätsnah zu erläutern. Untertage gab es aber auch gesonderte Lehrreviere, die deutlich praxisnaher waren ohne aber Leistungsdruck zu produzieren....
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| Lehrwerkstatt | Hier wird den Auszubildenden das Grundwissen beigebracht
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| Leseband | (Plattenband) - Händisches Trennen von Bergen und Kohlenbrocken (>120 mm) auf einem langsam laufenden Stahlgliederband. Dabei werden auch Fremdkörper wie Holz oder Eisenteile aussortiert. Hier wurden früher zumeist Berginvaliden oder Lehrlinge eingesetzt.
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| Leuchtwarte | Leitwarte oder Leitstand - Schalt- und Bedienbild der Anlagen
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| Lichthof | (Lohnhalle) - Dieser wurde früher zur Auszahlung des Lohns genutzt, heute sind dort oft die Steigerbüros untergebracht.
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| Liegendes | Der Boden einer Strecke |
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| Löbbe-Hobel | Verbesserter Hobel für den mechanischen Abbau
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| Lokschuppen | Hier werden untertage die Dieselkatzen (EHB) gewartet, betankt und Instandgesetzt
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| Lore | (Hunt) - Förderwagen |
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| Lose | Einzelne Zigaretten, die der Kumpel in der Kantine kaufen konnte um vor oder nach der Schicht noch eine zu rauchen. Das Mitführen von Rauchwaren und Brandmitteln (Streichhölzer, Feuerzeuge etc.) in die Grube ist strengstens untersagt. |
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| Luftschacht | siehe Wetterschacht |
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| Lutte | Eine Lutte dient zur Sonderbewetterung von Grubenbauen in denen keine oder kaum Wetterführung herrscht. Durch dieses flexible Rohr (gibt es auch in Blechausführung) wird "frische" Luft nach Vorort geleitet |
| M |
| Mächtigkeit | Bezeichnet die Dicke einer Gesteinsschicht, speziell aber einer Minerallagerstätte (Flöz). Ein niedermächtiges Flöz hat eine geringer Dicke (Höhe <75 cm), dagegen kann ein mächtiges Flöz im Ruhrgebiet bis über 3 m Mächtigkeit haben.
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| Magnetscheider | Reichert das Magnetit aus der Dünntrübe an um es wieder der Arbeitstrübe zuzuführen |
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| Malakowturm | (Malakoff) - Gemauerter Fördertum mit Wandstärken von über 2 m aus Ziegel-, Feld- oder Sandstein. Erbaut ab 1850 bis etwa 1880, wurde danach durch stählerne Fördergerüste abgelöst.
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| Malochen | körperlich hart Arbeiten |
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| Markennummer | (Fahrnummer) - Individuelle Nummer die z.B. an den Grubenlampen angebracht ist. Früher konnten so Beschädigungen von betrieblich gestellter Ausrüstung dem Bergmann in Rechnung gestellt werden. Auch musste jeder Bergmann früher seine Fahrmarke vor der Anfahrt von dem Markenbrett (siehe Markenstube) nehmen und diese bei Schichtbeginn persönlich einem Vorgesetzten bzw. dem Anschläger übergeben um so seine Anwesenheit zu belegen.
Heute erfolgt dies bei Schichtbeginn und zum Schichtende jeweils elektronisch durch den Durchzug der Magnetkarte an der Stempeluhr (AZE) |
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| Markenstube | Markenkontrolle -> siehe AZE - Hier wurden früher die Anfahrmarken aufgehängt die nach erfolgter Anfahrt ausgehändigt werden mussten. Einfaches aber effektives Kontrollsystem.
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| Markscheideplatte | Bevor es ein einheitliches Vermessungswesen gab, wurden solche als Basispunkt zur Vermessung genutzt.
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| Markscheider | Bergtechnischer Vermesser eines Bergwerks. Dieser vermisst das Grubengebäude und erstellt Rißzeichnungen des Bergwerks. Er ist auch für die bergtechnische Analyse der zu erwartenden Bergsenkung und der Ausrichtung des Abbaus verantwortlich.
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| Mannschaftsgang | Laufgang von der Kaue zur Hängebank. Die Mannschaften wurden so vor der Witterung geschützt.
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| Mantelrutsche | (Panzerrutsche - Rinne) - Besonders massiv ausgeführte elektrisch oder pneumatisch angetriebene Rutsche zum Abfördern des Förderguts. Da diese sehr robust war, konnte die Kohle auch auf die Rutsche geschossen werden. Daher auch der Name PANZER-Rutsche
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| Matte Wetter | Sauerstoffarme Luft die zum Erstickungstod führen kann |
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| Mauerschacht | Aus Mauerwerk erstellter Schacht welcher durch Untergraben herabsinkt. Die Schachtmauerung senkte sich durch ihr hohes Eigengewicht bis zu einer gewissen Teufe fast von allein. Wenn diese dann aber endgültig festsaß wurden Tübbinge zur weiteren Niederbringung eingesetzt.
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| Mäuse (Ratten) | Besonders Untertage gibt es die putzigen Nagetiere, welche sich in einigen Revieren zu kleinen Pagen mauserten. Besonders Mäuse haben eine erstaunliche Anpassungsgabe und klauen einem die Dubbel aus einer an einem Bau aufgehängte Arbeitsjacke als wäre es nix. Die Kleinen sind echt nicht unterzukriegen. Sie kamen meist mit dem Grubenholz nach untertage und richten sich dort über Generationen hinweg häuslich ein. Ratten sind allerdings allgemein besonders verhasst und werden soweit möglich nicht geduldet. |
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| Mechanischer Streckenvortrieb | Streckenvortrieb durch Voll- oder Teilschnittmaschinen, hauptsächlich also mit Maschinenkraft |
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| Mehrseilförderung | Um die Lastkraft auf mehrere Seile zu verteilen wurden die Mehrseilförderung entwickelt. Ist vom maximalen Biegeradius eines Förderseils abhängig, da je dicker ein Förderseil ist auch der Durchmesser der Seilscheibe vergrößert werden muss.
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| Membranpumpe | Pumpe zum Fördern eines stark eingedickten Fördermediums (Suspension) |
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| Mergel | (Mergelschicht, Mergeldecke) - Überdeckende Gesteinsschicht der flözführenden Karbonschicht. Diese läuft im Ruhrgebiet gen Süden zutage hin aus. |
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| Meterlatte | Meßstock (1 Meter) eines Grubensteigers der einer zierlichen Hacke ähnelt. - Heute nicht mehr gebräuchlich. Der Meßstock (Steigerstock oder auch Fahrstock) wurde zur Messung des Abbaufortschrittes verwandt. Es soll auch Steiger gegeben haben deren Stöcke geringfügig weniger als einen Meter lang waren um der Zeche einen Teil des Gedinges zu ersparen?!? Das Blatt (Picke) wurde zum Prüfen und Lösen des Hangenden bei einer Begehung des Strebs genutzt. |
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| Meter machen | Umgangssprachlich die Arbeitsleistung im Vortrieb. "Heut' ha'mer wied'a richtich Meter gemacht. Dat gibt wieder'n ordentlich Gedinge auf dem Trauerbescheid?" |
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| Methan (CH⁴) | Geruchloses leicht entzündliches Gas, welches in den Steinkohleflözen oder dem Nebengestein eingeschlossen ist und zu Schlagwetterexplosionen führen kann. Umgangssprachlich wird Methan welches aus Grubenbauen austritt Grubengas genannt. Bei Normaldruck von 1013 hPa ist ein Vol.-Anteil von 4,8 - 19% zündfähig. Dieses Gas zählt zu den sogenanntes Treibhausgasen (Klimakillern) , welche die Erderwärmung unterstützten und wird verstärkt seit den 1990er Jahren aus stillgelegten sowie aktiven Bergwerken abgesaugt und zur Stromerzeugung genutzt. |
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| Milchbar | Bis in die 1960er wurde Milch als "Starkmacher" und Durstlöscher ausgegeben und viele Bergwerke führten eine eigene Milchbar; die vergleichbar einer Kantine die Milch kostenfrei oder subventioniert an die Bergleute ausgab.
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| Mittelgut | siehe Verwachsenes |
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| Mottek | (Moteck, Motteck, Motek) - Ein Hammer |
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| Mundloch | Tagesöffnung eines Stollens oder Schachtes |
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| Mutterklötzchen | Der Begriff ist eigentlich schon lange nicht mehr gebräuchlich, da seit ca. 30 Jahren im Bergbau kaum noch Grubenholz zum Ausbauen verwandt wird. Das Mutterklötzchen war das Reststück des "auf Maß" abgesägte Stempels, welcher dann als Anmachholz (da gut abgelagert) gerne mit nach Hause genommen wurde, um den heimischen Herd anzufeuern. Vorher wurde durch mehrere 90° Sägeschnitte das Holz in einzelne Stege geschnitten, die dann leicht abgebrochen werden konnten. Die Mitnahme von Werksmaterial war zwar streng verboten, wurde aber hierbei überwiegend geduldet. Die Mitnahme galt oft als Gewohnheitsrecht
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| Mutung - Muten | (Mutungsbohrung) - Erkundungsbohrung zur Feststellung der untertägigen Lagerungsverhältnisse |
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| Mutungsschein | Wird von der Bergbehörde ausgestellt um Mutungsbohrungen durchführen zu können |
| N |
| Nachschwaden | (Schwaden) - Giftige Gase die nach Schießarbeit oder Bränden mit dem Wetterstrom durch die Grubenbaue ziehen |
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| Nashorn | Teilschnittmaschine mit einem schwenkbaren Fräßvorsatz der in der Form dem Horn eines Nashorns ähnelt
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| Nirosta | Rostfreier Stahl (Nirosta = VA, V2A oder V4A) oder auch Inox |
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| Nöhlen | Rumnöhlen - Umgangsprachlich für Beklagen. "Nu' nöhl hier ma' nich' so rum, mach fetich" -> "Beschwer dich nicht, bring deine Arbeit zuende" |
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| Nordwanderung | Um der Ausdehnung der Kohlelagerstätten im Ruhrgebiet zu folgen, wanderten die neuen Schachtanlagen immer weiter nordwärts | |
| Notaus | (Notausschalter, Notausknopf, Notsausseil, Pilz, Reissleine) - Sicherheitseinrichtung zum sofortigen Stillsetzten von Maschinen (s.a. Reissleine oder Vorortschalter) bei Gefahr oder Fehlfunktion |
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| Notförderung | Zeche Eimerweise - Vorwiegend in der Nachkriegszeit im südlichen Ruhrgebiet durchgeführter "wilder" Kohlenabbau ohne behördliche Erlaubnis
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| Nullen | (Wagennullen) - Wird nicht mehr angewandt. Ein Förderwagen wurde vom Steiger oder Förderaufseher genullt, wenn er "unrein" war, das heißt mit Bergen versetzt war. Da die Kumpel nach Gedinge bezahlt wurden, wurde nur die geförderte Kohle in das Gedinge aufgenommen. War ein Wagen vermeintlich mit Bergen oder unreiner Kohle gefüllt, wurde dieser genullt und kam daher nicht in das Gedinge. |
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| Nummernpflücken | Abnehmen der Reviernummern (Marken) von den Förderwagen die zum Schacht kamen. Daran konnte die Arbeitsleistung für das Gedinge errechnet werden. Nicht mehr gebräuchlich |
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| Nusskohle | Stückige Kohlensorte z.B. Hausbrandkohle >10 mm Korngröße |
| O |
| Oberbank | Oberer Teil eines durch ein Bergemittel horizontal geteilten Flözes |
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| Ort/Örter | Untertägige Bezeichnung eines Standorts (z.B. Füllort). Oder auch als Bezeichnung "Vorort" d.h. Abbaustrecke |
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| Ortsbrust | siehe Abbaufront | |
| Ortsmann | Ortshauer - Erfahrener Hauer der einem "Ort" vorsteht. Kein offizieller Rutschenbär aber mit viel Erfahrung welcher dem Ortdrittel vorsteht und dies leitet |
| P |
| Packung | (bei Pumpen) - Quadratisches Gewebeband welches mit Paraffin getränkt ist. Dieses dient zur Abdichtung der Pumpenwellen |
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| Palavern | Klatsch erzählen oder Dummschwätzen | |
| Pannen | Schüppen oder Schaufeln. Hierbei wird das Haufwerk händisch abgefördert...
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| Pannschüppe | Herzförmige aus Aluminium hergestellte Schüppe mit kurzem Stiel und großer Fläche. Dies wurde (wird) eigentlich nur für das händische "Wegfördern" von Kohle genutzt, da die Bauart und das Volumen ein "schüppen" von anderem Material kaum zulässt... Das Wort Pannschüppe leitet sich von Pfanne ab, da diese ähnlich aussieht. Auf einigen Bergwerken ist diese allerdings auch als "Weiberarsch" bekannt.
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| Panzer | (Panzerförderer) - siehe Ketten-, Trogkettenförderer oder Strebförderer |
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| Personenwagen | Mannschaftswagen
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| persönliche Freischicht | (PS) - Wird vom Betrieb für z.B. Umzug, dringenden Arztbesuch etc. gewährt |
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| Pfändung | Verbauen vor Ort |
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| Picke (n) | Ähnelt der im Strassenbau verwandten Hacke zum Lösen von Material. Im Bergbau allerdings nur mit einer Zinke. Auch der Zahnaufsatz bei einem Hobel oder Walze, sowie auch die Spitze eines Abbauhammers |
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| Pickhammer | Abbauhammer |
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| Pimmel | (Sprengpimmel) - Kunstoffumhüllung der Sprengpatronen die duch den Zerknall nicht zerstört werden |
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| Platz | (Platzbetrieb) - Die Mitarbeiter stellen das benötigte Material z.B. Schienen, Baue etc. zusammen und verladen dieses auf die Teckel, damit diese nach Vorort gebracht werden können. |
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| Pottlampe | Massiv ausgeführte Elektrolampe aus den 1960'er Jahren
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| Pressenbühne | Hier stehen die Brikettkohlenpressen | |
| Pressenfahrer | (Brikett) - Dieser überwacht und bedient die Brikett- bzw. Eierkohlenpressen
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| Pressluftleuchte | siehe Druckluftleuchte | |
| Prise | Schnupftabak für die freie Nase |
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| Prisen | Verabreichung einer Prise | |
| Prisenflasche Prisendose |
Behältniss zur Aufbewahrung des Schnupftabaks
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| Prisenpause | Kurze Arbeitsunterbrechnung, etwa das Pendant zur Zigaretten- oder Kaffeepause übertage
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| Prismenhobel | Sonderform eines Hobels der vollwandig ausgeführt ist. Dieser löst das anstehende Material durch die besondere Prismenform vom Flöz. Wird so nicht mehr ausgeführt...
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| Protegohaube | Durchschlagssichere Endarmatur zum kontrollierten Austreten von Grubengasen (mehrheitlich CH⁴ oder CO²) aus einer mit dem ehemaligen Grubengebäude eines stillgelegten Schachtes verbundenen Rohrleitung. Diese steht in unmittelbarer Nähe eines verfüllten Schachtes und ist gegen unbefugtes Öffnen durch einen Gewichtsverschluß, eine Schmelzlotsicherung (Verplombung) sowie Aufstiegsdornen gesichert. Normalerweise treten hier die Grubengase langsam und kontrolliert in die Atmosphäre aus. Sollte sich aber widererwartend das austretende Grubengas entzünden, so wird dieses beherrschbar von der Endarmatur "abgefackelt". Sollte es dabei aber zu einer längerfristigen Temperaturentwicklung an der dauerbrandsicheren Verschlußhaube kommen, so öffnet sich der durch eine Schmelzsicherung gesicherte Gewichtsverschluß schlagartig und entläßt so das aufgestaute Grubengas. Durch eines an der Steigeleitung angebrachtes Ventil läßt sich der Volumenstrom des austretenden Grubengases im Schadensfall aber händisch kontrollieren oder gegebenfalls komplett abriegeln.
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| Pulle | Unzerbrechliche Getränkeflasche aus Aluminium oder Kunststoff generell als Beschreibung einer Flasche gebräuchlich. Glasflaschen wurden untertage eher selten verwendet, da die Bruchgefahr zu groß war. |
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| Putzkolonne | Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurden auch betriebsfremde Reinigungskräfte an besonders exponierten oder auch an einigen speziellen Orten eingesetzt. Dies war aber immer eine Ausnahme, da für die Sauberkeit das Betriebspersonal zu sorgen hatte. Ein kurzer Einsatz als Reinigungskraft wurde zwar gerne den übertägigen Auszubildenden auferlegt, dies allerdings nie als Strafe für begangene Untaten. Dafür gab es andere Mittel! |
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| Püngel | (Püngeldienst - Plüngel) - Mitarbeiter die sich um den Kleidertausch der Bergleute kümmern. Jeder Bergmann hat mindestens zwei Garnituren Arbeitskleidung. Die gebrauchte Arbeitskleidung wird in dem sogenannten Püngelsack gesteckt und mit einer Püngelnadel (mit geprägter Kauenhakennummer) verschlossen und dann in den Püngelkontainer "abgeworfen". Diese Kleidung wird kostenfrei gereinigt und dem Mitarbeiter wieder in das Püngelfach gelegt. Der Mitarbeiter kann diese dann in der folgenden Woche wieder nutzen. Ein Kreislauf, der nur bei verloren gegangener Arbeitskleidung unterbrochen wird. Dann muss beim Püngeldienst eine Verlustmeldung aufgeben werden und man bekommt neue Arbeitskleidung gestellt.
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| Püngelfach | Jeder Mitarbeiter hat sein eigenes Fach in das der gewaschene Püngelsack kommt | |
| Püngelnadel | Große Sicherheitsnadel mit eingestanzter Markennummer um den Püngelsack zu verschließen
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| Püngelsack | Wäschesack aus Kunststoffgewebe | |
| Pütt | Bergwerk, Schachtanlage, Zeche, Grube |
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| Pütthemd | Grubenhemd (Schlosserflanell) - Als Arbeitskleidung gestelltes kragenloses Arbeitshemd. Blau-weiß gestreift. Erinnert an ein Fischerhemd, wobei aber die Knopfleiste und die Stoffausrichtung etwas anders sind
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| Püttrologe | Püttologe - Vermeintlicher vornehmer Ausdruck für einen Kumpel. Sollte aber nur von diesem gebraucht werden, sonst wird's oft eher Abwertend verstanden. | |
| Püttsocken | Als Arbeitskleidung gestellte fersenlose Arbeitssocken. Grau-Schwarz meliert |
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| Pyramiedengerüst | Fördergerüst aus Stahl mit einer großen Grundfläche und relativ flach verlaufenden Abstrebungen. Vergleichbar mit einem gestauchten "Eifelturm". Diese Form wurde oft in Frankreich und Belgien gebaut. | |
| Pyrit | Schwefelkies , Katzengold
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| Q |
| Querschlag | Rechtwinklig von einer Strecke abzweigender Grubenbau |
| R |
| Rahmenausbau | Ersetzt die Einzelstempel im Streb. Dazu wurden sogenannte Ausbaurahmen entwickelt. Diese konnten selbsttätig hydraulisch Vorgezogen werden. Vorläufer des Schreitschildes. | |
| Ratzfatz | (auch Rappzapp) Sofort oder Eilig - Enger zeitlicher Rahmen. "Dat muss hier aber Ratzfatz wieder in Ordnung sein, bevor der Fahrsteiger auftaucht" |
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| Rambazamba | Schnell fertig werden! Gerne auch in Verbindung mit Remmidemmi gebraucht - Aufruhr oder Ärger. "Dat muß hier aber Rambazamba fertich werden, son'st gibt's hier Remmidemmi!!! -> Dies muß schnell erledigt werden, sonst gibt es Ärger. |
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| Rauben | (Raubrevier) - Ausräumen der verwertbaren Maschinen und Baue eines ausgekohlten Strebs oder einer Strecke
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| Raubrevier | siehe rauben | |
| Reibstempel | (Reibungsstempel) - Stempel die durch das Einschlagen eines Keils vor dem Eindrücken gesichert werden |
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| Reißhakenhobel | Hobel mit winkeligem Lösewerkzeug |
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| Reißleine | (Notausseil) - Sicherheitseinrichtung zum sofortigen Stillsetzen einer Maschine |
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| Revier | Revierbezeichnung. Vornehmlich ein Abbaubetrieb untertage. Aber auch übertage für Abteilungen gebräuchlich z.B. Rev. 01 |
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| Richtstecke | Von der Richtstrecke werden Strecken zu den Revieren (Abbaubetriebspunkten) aufgefahren. Diese ist zumeist die Hauptstrecke welche zum Schacht führt.
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| Rödeldraht | Dünnes Drahtstück zur Befestigung |
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| Rollloch | Ausgesparter Bereich in einem mit Bergeversatz gefüllten "alten Mann", um Fördergut auf die darunterliegende Sohle zu fördern |
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| Rollenwipper | Entleert die Förderwagen indem er diese entweder kippt (Seitenentleerer) oder um 360° (Kreiselwipper) dreht.
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| Rösche | (Wasserrösche) - Rinne zum Ableiten des Wassers am Streckenstoß |
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| Rücken | Schrittweises Vorholen der Förder- und Gewinnungseinrichtungen beim Abbau. Heute vollmechanisch durch eine Hydraulik.
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| Ruhrdeutsch Ruhrpottdeutsch |
Dialekt der im Ruhrpott gesprochenen Mundart, die allerdings heute immer weiter abnimmt. Mit typischer Dativ - Akkusativmischung sowie gemischten Pronom - Artikeleinbau im Satzaufbau: "Gib' mich ma' die Zeitung! -> "Gebe (Gib) mir mal bitte die Zeitung" Diese entwickelte im Ruhrgebiet über einige Jahrzehnte Ihre eigene Redewendungen und spezifischen Begriffe die für die Arbeitswelt im Bergbau typisch waren . Siehe Tegtmeier |
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| Ruhrkohle | Oberbegriff der im Ruhrgebiet geförderten Kohle. Später (ab 1969) auch als Unternehmensname genutzt -> RAG Ruhrkohle A.G. |
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| Rundeindicker | (Dacheindicker) - Zum Absetzen des Waschwassers verwandt, dickt dieses ein. Das einfließende Wasser wird dazu mit einem Flockungsmittel (z.B. Praestol) vermischt um ein besseres Absetzverhalten zu erhalten. Das überlaufende Klarwasser wird wieder dem Betrieb zugeführt. Die eingedickte Flüssigkeit wird mit Membran- oder Kolbenpumpen den Filtern zugeführt und dort entwässert. Der anfallende Filterkuchen wird als Ballast der z.B. Kraftwerkskohle beigegeben |
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| Rutsche | Zum Fördern von Material. Feste Rutsche = Blech (Förderung durch Eigengewicht) Schüttelrutsche = mit Motorkraft angetriebene Rutsche Wendelrutsche = wendelförmige Rutsche (oft in Bunkern; zur Schonung des Fördergutes) |
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| Rutschenbär | Ein Vorarbeiter untertage |
| S |
| Sackbohrer | Nimmt bei der Teufung eines Schachtes das anfallende Gestein auf und bringt dieses nach übertage -veraltert- |
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| Salzgitterlader | Schienengebundener Überkopflader zum mechanischen Verladen von Haufwerk
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| Salzverfahren | (Salzen) - Eine feine Sole wird ausgesprüht um den Staub zu binden (wird heute nicht mehr angewendet). Erstmals 1944 auf der Zeche Beeckerwerth eingeführt. Verhindert Staubexplosionen und mindert die Silikosegefahr. |
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| Sargdeckel | Hangender Gesteinsbrocken (>1m³) welcher sich im Abbau unberechenbar an der Firste verkeilt und sich dann schlagartig löst. Auch als Witwenmacher bezeichnet
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| Schachtbrand | Brand der Einbauten eines meist ausziehenden Wetterschachtes durch einen Grubenbrand
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| Schachtdeckel | Schachtverschluss
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| Schachthauer | Diese kümmert sich um die Erhaltung und Wartung der Schächte und Fördereinrichtungen eines Bergwerks |
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| Schachtsumpf | Tiefste Stelle in einem Schacht zur Abförderung des Grubenwassers. Siehe Sumpf |
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| Schachttore |
Verschließen automatisch den Schachtbereich vor der Abfahrt des Korbes. Öffnen automatisch sobald der Korb am der Hängebank ist und das Freizeichen vom Anschläger erfolgt |
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| Schälende Gewinnung | Hierbei wird ein Hobel an der Abbaufront entlanggezogen, der bauartbedingt die Kohle vom Stoß löst. Erste Versuche wurden bereits 1937 auf dem Steinkohlebergwerk Ibbenbüren durchgeführt. Aber erst 1941 wurde mit dem Prismenhobel eine recht gut funktionierende Lösung gefunden. In Folge wurden immer mehr Hobelanlagen als Gewinnungsmittel eingesetzt. | |
| Schale | So wurde ganz früher der Förderkorb genannt | |
| Schaltwarte | siehe Grubenwarte |
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| Schar | Auskehlung des Stempelkopfes als Auflager für den polnischen Türstock |
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| Schicht im Schacht | Vielverwandtes Zitat für ein Ende einer Periode. Eigentlich die Stilllegung einer Zeche
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| Schichtdrittel | (z.B. Förderdrittel) - 3 Schichten à 8h in 24h = 3/3 Früh,- Mittag und Nachtschicht. Meist ist das am stärksten besetzte Drittel (Frühschicht) das Förderdrittel. Schichtsystem |
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| Schieflaufwächter | technische Einrichtung um das Schieflaufen eines Gurtförderers zu vermeiden. Erreicht der Gurtrand die Hebelrolle, wird das Band automatisch stillgesetzt und kann erst nach Spannen und Ausrichten wieder in Betrieb genommen werden. |
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| Schienbeinschoner | Als Körperschutz wird dieser zur Vermeidung von Unfällen eingesetzt, jeder Bergmann ist verpflichtet diesen zu tragen. Diese gehören zur persönlichen Schutzausrüstung |
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| Schierhof | Ist übertage für Transport- und Logistik zuständig |
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| Schießarbeiten | Sprengarbeiten |
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| Schießdraht | Dünner Draht zur elektischen Auslösung einer Sprengung |
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| Schießen | Sprengen |
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| Schießkerl | Sprengmeister oder Sprenggehilfe untertage |
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| Schießort | Schutzort für Bergleute beim Schießen |
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| Schild | siehe Schreitschild |
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| Schilde | (Schildstreb) - Dient zur Abstützung des Gebirges gegen den Streb |
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| Schlag | Förder- oder Bedienungssignal. "Gib' mal ein Schlag" bedeutet "Heben oder Auf" . Sowohl optisch (Licht) als auch akustisch (Glocke) -> Fahrsignal |
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| Schlägel und Eisen | Wahrzeichen und Werkzeug des Bergberufes |
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| Schlagwetter | explosives Gasgemisch mit einem CH⁴ Anteil von 2-9% kann bei Zündung zu schweren Grubenunglücken führen |
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| Schleifkorb | Eine Trage zum Kranken- oder Verletztentransport.
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| Schleißeisen | Auflagebleche auf denen Fördermittel laufen (z.B. Becherwerke). Diese verschleißen gewünscht um Schäden an den Fördermitteln zu vermeiden und sind in einem bestimmten Turnus oder bei einer Verschleissgrenze auszuwechseln. Ein Einsatz von Lauflagern lohnt sich in den Einsatzbereichen kaum, da gekapselte Lager zu teuer wären. |
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| Schlepper | Bei der sogenannten Schlepperförderung wurden die Grubenwagen mit menschlicher Kraft durch einen Schlepper zum Schacht geschoben. | |
| Schleuder | Entwässert das Fördergut durch einen rotierenden Siebkorb |
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| Schleuderversatz | Maschine zum Einbringen von Versatzgut mittels eines schnelllaufenden Bands oder Walze |
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| Schlupp | Hochfeste Gewebedoppellasche zum Anschlagen von Lasten | |
| Schlüsselweite | Gabelgröße eines Maulschlüssels in mm. "Wo is'n der 55er? Ich muss ma die Trogkette spannen; die rattert" | |
| Schmetterling | Trageeinrichtung zum Anschlagen der EHB-Transportwannen |
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| Schmierkerl | reinigt und fettet (abschmieren) die untertägigen Weichen (EHB oder Grubenbahn) |
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| Schmierpapp | Zäh-viskose Gesteinsschicht zwischen Gestein und Kohle |
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| Schnaps | Wie schon im Steigerlied besungen, löst dieser den Kohlestaub nachhaltig und wirkt prophylaktisch vor der nächsten Grubenfahrt... |
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| Schnellfahrer | Gurtband welches eine schnellere Geschwindigkeit als die normal eingesetzten Gurtförderanlagen hat |
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| Schnelllader | Mechanisches Ladegerät
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| Schnupftabak | siehe Prise | |
| Schrämm | Einkerbung in den Kohlenstoß zum leichteren Lösen der Kohle |
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| Schrämmaschine | Maschine zum Einkerben des Flözes zum leichteren Lösen der Kohlen. Hierbei wurde durch einen "Schräm" die aufliegende Gebirgsspannung gelöst.
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| Schrämmeisen | Werkzeug zur Erzeugung eines händischen Schrämms |
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| Schrämmförderer | Flözseitig mit Picken besetzter Kettenförderer, der am Stoß entlang gezogen wurde und die Kohle löst und abfördert. Frühe Sonderform im Entwicklungsstadium
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| Schrapper | Lademaschine
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| Schreitender Abbau | Hierbei wird der Streb kontinuierlich mithilfe von mechanischen Schilden (siehe Schreitschild) durch das Flöz geführt. Ein händisches Umsetzen der maschinellen Einrichtung ist nicht mehr notwenig | |
| Schreitschild | Hydraulisches Schild welches beim Abbau eingesetzt wird. Die Schilde sind über die ganze Länge eines Strebs in Reihe aufgestellt und werden nach dem Durchgang des Hobels (der Walze) automatisch vorgezogen und wandern als Einheit mit dem Abbau. Die Schilde schützten den Streb vor Verbruch.
Schon relativ frühzeitig (ab ca. 1928) wurden Überlegungen bezüglich eines "automatischen" Ausbaus für den Strebbetrieb durch Preisausschreiben und das betriebliche Vorschlagswesen angeregt. Davon waren allerdings die wenigsten praktikabel oder konnten damals technisch einfach noch nicht umgesetzt werden. Anhand der wenigen folgend aufgeführten Zeichnungen läßt sich der Gedankengang aber recht gut nachverfolgen. Wenn man bedenkt, daß es über 30 Jahre (1954) bis zum Ersteinsatz eines schreitfähigen Ausbaurahmens und fast ein halbes Jahrhundert (1970) dauerte, bis der erste Schildstreb zum Einsatz kam ist der Ansatz aber sehr interessant.
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| Schüppe | (Schippe) - siehe Pannschüppe |
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| Schurre | Übergabekasten eines Gurtbands oder Kettenförderers |
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| Schüttdichte | Physikalische Einheit abhängig von der Korngröße |
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| Schüttelrutsche | mittels Preßluft- bzw. Elektromotoren angetrieben Blechrinne zum Fördern von Material. Erstmals 1905 auf der Zeche Rheinpreussen eingeführt. |
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| Schütz | (Schützstation) - Schlagwettergeschützte elektrische Verteilung und Sicherung der elektrischen Anlagen. Sicherheitseinrichtung für die elektrischen Betriebsmittel |
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| Schwachstromer | Mitarbeiter der Mess- und Regelwerkstatt |
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| Schwamm | (Duschschwamm, Badeschwamm) Unabdingbares Zubehör um den Kohlestaub in der Kaue vom Körper zu bekommen. | |
| Schwarz-Weiss | sogenannte Schwarz-Weissbereiche. Aus zumeist hygenischen Gründen wird Übertage gerade in Kauen oder dem Kantinenbereich darauf geachtet, daß Mitarbeiter sich an die "Kleiderordnung" halten. So ist z.B das Betreten der Weisskantine oder Weisskaue in Arbeitskleidung nicht gestattet.
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| Schwarzer Diamant | Steinkohle - Gängiger Name für eine Bergmanns Kneipe | |
| Schwebebalken | (EHB) - wird bei einer EHB zum Personaltransport eingesetzt.
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| Schweinewagen | (S.-waggon) - Umgangssprachlich der alte Personenwagen untertage (wg. der Gitter) |
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| Schwenkbühne | Schwingbühne - hochklappbare Auffahrhilfe (Schienenverbindung) zum Auf(Ab)-schieben der Wagen auf (von) dem Förderkorb welche die Seildehnung im Betrieb ausgleichen kann
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| Schwertrübe- scheider | Trennt das Aufgabegut mithilfe einer Supension aus Wasser und Magnetit, sodass das leichter Gut (Kohle) bei seiner spezifischen Dichte aufschwimmt |
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| Schwertrübe- sinkscheider | Mechanische Einrichtung die das Trenngut mittels einer Suspension nach Dichte sortiert. Siehe auch Schwertrübescheider |
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| Seige | (Wasserseige) - siehe Rösche
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| Seiger | (saiger) - im "Lot" verlaufend, senkrecht. z.B. ein seigerer Schacht ist ein im Winkel von 90° zur Erdoberfläche verlaufender Schacht |
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| Seilfahrt | Transport von Personen und Material in dem Bergwerksschacht. Die erste Fahrt am Seil wurde 1858 behördlich gestattet. Vorher wurde nur an der Fahrte bzw. mithilfe einer Fahrkunst eingefahren. Hierbei wird zwischen den beiden Arten bezüglich der Geschwindigkeit unterschieden:
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| Seilführung | Hierbei wird der Förderkorb durch vier Führungsseile, welche im Schacht heruntergelassen sind, geführt. Durch einen speziellen Rahmen werden diese am Schachttiefsten auf Abstand gehalten und durch Gewichte beschwert um eine Durchhängen der Führungseile zu vermeiden. Diese Art von Führung hat sich im Ruhrgebiet aber wegen der hohen Problematik der Schiefstellung von Schachtröhren nie durchsetzen können. Hier war eine Zwangsführung durch Spurlatten von Nöten. Diese Art von Führung ist zumeist in tektonisch stabilen Gebieten mit hohem Mergelhorizont wie England oder Frankreich zu finden und zeichnet sich durch einen geschmeidigen, fast erschütterungsfreien Lauf bei der Seilfahrt aus. |
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| Seilriß | Riß des Förderseils durch Überlastung oder Verschleiß. Hierbei wurden durch abstürzende Förderkorbe immense Schäden an den Schachtausbauten hervorgerufen und oft waren auch Personenverluste zu beklagen.
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| Seilscheibe | Umlenkräder die das Förderseil führen
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| Seilwechsel | (Revision) - Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden die Förderseile und mechanischen Einrichtungen einer Förderanlage kontrolliert, gewartet, repariert oder erneuert. Dann steht die gesamte Förderung in dem Schacht |
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| Selbstfahrer | Bedient den Förderkorb ohne Anschläger alleine und gibt dem Fördermaschinisten Signal. z.B. bei Seilfahrt in Wetterschächten, wo kein Anschläger beschäftigt ist. |
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| Selbstretter | (Filterselbstretter) - Schutzeinrichtung die immer am Mann getragen wird und bei matten Wettern angelegt werden muss um giftige Gase aus der Atemluft zu filtern. Der erste patentierte Selbstretter wurde 1895 eingeführt.
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| Senken | (Senke) -"Nicht denken; senken!!!" Ist oft nach dem Hochquellen der Sole auszuführen um den Wetterquerschnitt einer Stecke freizuhalten |
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| Sessellift | Heißt so, weil dieser dem auch übertage bekannten Sessellift ähnelt. Wird untertage eingesetzt um dem Bergmann den Fußweg oder das Hochlaufen starker Anstiege zu ersparen |
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| Setzen | (Stempelsetzen) - Aufstellen der Stempel. Gegenteil von Stempelrauben
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| Setzpistole | Werkzeug um in einen hydraulischen Stempel die Setzflüssigkeit einzubringen und damit den Vordruck (Anpressdruck) zu erzeugen
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| Setzvorrichtungen | Zur Erzeugung der Vorspannung wird mithilfe einer Setzvorrichtung der Gegendruck bei einem mechanisch wirkenden Reibungsstempel erzeugt. - Keilsetzvorrichtung - Setzklaue - Spindelsetzvorrichtung - Zahnstangensetzvorrichtung - Setzpistole (hydraulisch) |
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| Sieben Stunden | (7)-Stunden (aufg. Temperatur) - Ab einer Umgebungstemperatur von 28° Grad wird die Schichtzeit auf 7h gekürzt. Schichtverkürzung wegen Arbeiten in Wärme-, Kälte- oder Nässebereichen etc. |
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| Signale | Optisch oder akkustische Signale zur Seilfahrt. Diese verbindlichen Signale regeln das An- und Ausfahren der Bergleute aber auch Förder- und Materialfahrten sowie die Bedienung aller Maschinen - Senken - Heben etc.
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| Signalwerkstatt | Repariert und wartet die Signalanlagen am Schacht |
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| Silikose | (Gesteinsstaubkrankheit) - Bergmannskrankheit die eine Verödung der Lungen durch irreversibele Ablagerung von Gesteinsstaub in den Lungen verursacht. Dadurch wird die Atmung stark beeinträchtigt und durch Abbau der Lungenfunktion im Alter noch verstärkt. Führt ab einem gewissen Stadium unweigerlich zum Tod. |
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| Sinkscheider | siehe Schwertrübesinkscheider |
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| Skipförderung | Im Gegensatz zur Gestellförderung, bei der die einzelnen Wagen auf den Förderkorb geschoben werden, wird hier ein Skipgefäß mit dem Fördergut befüllt und zutage gehoben. Hier ist der Förderkorb als "Schüttbunker" ausgeform und wird untertage automatisch mit dem Fördergut beschickt. Das Skipgestell wir übertage automatisch entleert. Wegen des erhöhten Feinkohlenanteils der bei der Be- und Entladung ensteht, wird diese Förderart nicht bei der Stückkohlenförderung eingesetzt. Vorteil der Skipförderung: Schnelles Pendeln möglich, geringe Totlastförderung, geringe Belade- und Entladezeiten, Automatikförderung und geringerer Verschleiß, kleiner Schachtdurchmesser. Erstmals 1924 in Oberschlesien eingeführt.
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| Sohle | Die Etagen eines Bergwerks. In der Nummerierung immer von Übertage nach unten zu zählen. Die erste Sohle ist die oberste die z.B. fünfte die unterste. |
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| Söhlig | Gleiche Neigung zur Hauptsohle |
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| Sonderbewetterung | Zusätzliche Bewetterung von Grubenbauen z.B. durch Lutten |
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| Sonderschicht | Betriebliche Anordnung eine über das normale Maß hinausgehende Schicht zu verfahren. Zumeist aber bei schwerwiegenden betrieblichen Störungen. Wer "betrieblich unabkömmlich" war musste diese verfahren. In der NS-Zeit wurden sogenannte Panzerschichten angeordnet um die Förderung zu erhöhen, zur Ableistung war damals jeder verpflichtet |
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| Sortenrein | Gleichmäßige Güte | |
| Spanneisen | Zum Verspannen der Baue |
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| Speeren | Kohlegewinnung mittels Abbauhammer |
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| Spleißen | Auftrennen einer Seilseelen um diese erneut zu verbinden |
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| Sprengkiste | Tornister für den Transport der Sprengutensilien und der Spengpatronen | |
| Sprengpatrone | Sprengstoff mit einer Kunststoffummantelung | |
| Sprengstoff-verbrauch | 1930 = 7730 t 1943 = 10178 t 1956 = 15700 t |
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| Springen | Das plötzliche Setzen von Reibungsstempeln aufgrund des Gebirgsdrucks. Der Innenstempel drückt sich meist schlagartig mit einem Knall bis zu 2 cm in den Außenstempel | |
| Spülschacht | Schacht mit geringem Durchmesser zum Einbringen des Spülversatzes in die Grube
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| Spülversatz | Mit Wasser vermengte feinkörnige Gesteinsstücke (Berge, Sand früher auch Hochofenasche etc.) die in das abgekohlte Flöz eingebracht wird um diese zu verfüllen und somit Bergsenkungen zu mildern. Wird nicht mehr ausgeführt. |
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| Spurlatten | Vertikal an den Schachteinbauten (Einstriche) befestigte Führungsschienen zur Zwangsführung des Förderkorbs im Fahrtrum. Zumeist aus Holz (witterungsbeständiges Hartholz aus Australien - Eisenholz) oder aus Stahlschienen.
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| Sprung | Störung im Flöz. Horizontaler Versatz | |
| Stahlglieder-förderband | Plattenband - Förderband aus Stahlprofilen. Wird nicht mehr eingesetzt.
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| Stammbaum | Verfahrensstammbaum - Zeichnung des Materialflußes und der Maschinenausstattung
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| Stapel | Blindschacht |
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| Stapelbunker | Zwischenlager für das Fördergut |
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| Staubsteiger | Für die Durchführung des Gesteinsstaubverfahrens zuständige Aufsicht |
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Stauscheiben- förderer |
Einkettenförderer mit sog. Stauscheiben, die beim Abwärtsfördern das Fördergut vor Sturz und somit vor unnötiger Zerkleinerung schützten
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| Steichender Abbau | Abbau bezogen auf das Einfall der Gebirgsschicht auf den Horizont |
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| Steigekatze | An einer Schiene (EHB) oder fest montiert aufgehängter pneumatischer Kettenzug, der das Heben und Befördern von schweren Lasten erleichtert bzw. erst ermöglicht. |
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| Steiger | Meister, Techniker oder leitender Angestellter unter- und übertage
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| Steigertuch | Weisses Halstuch |
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| Steile Lagerung | Abbau der bis 90° (100 Gon) Steigung erreicht. Wird heute nicht mehr ausgeübt, da viel zu aufwändig und noch teurer als ohnehin schon...
Solche Abbaubetrieb konnten eine beträchtliche Höhe erreichen, der Bergmann balancierte auf Holzbohlen die auf den Stempeln auflagen und musste überkopf mit einem Abbauhammer die Kohle hereingewinnen. Sehr gefährlich waren hier besonders der Kohlenfall aus dem Flöz und natürlich die Absturzgefahr von den Arbeitsbühnen hinunter in den alten Mann. Sicherheitseinrichtungen wie Fanggurte waren damals halt noch nicht vorgeschrieben und so mancher Bergmann verunglückte schwer oder gar tödlich |
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| Stellenausschreibung | Beispielhaft eine Stellenausschreibung aus dem Jahr 1954. Sogar Dienstwohnungen wurden gestellt um einen weiteren Anreiz zu bieten. Der Verdienst war zwar nach Tarif aber auch Verhandlungssache, aber damals meist über dem Durchschnitt anderer vergleichbarer Angestellter
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| Stempel | Eisen-, Aluminium oder Holzstempel zur Abstützung des Strebs oder der Strecke. Schützt vor Verbruch der Strecke oder des Strebs. Im Bild zu sehen sind Reibungsstempel. Heute sind fast nur noch Hydraulikstempel (Folgegeneration) im Einsatz.
Die ersten Versuche mit Stahlstempeln zur Streckensicherung wurden schon um 1890 durchgeführt. Das untere Bild zeigt Eisenstempel die 1950 auf der 3. Sohle der Schachtanlage Friedrich-Thyssen II/V bei Erweiterungsarbeiten gefunden wurden, diese wurde erstmalig 1896 aufgefahren, daher sollten diese Stempel aus diesem Jahr datieren.
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| Stempelmeister | Stempelsteiger - War für die Stempel und Kappen zuständig und muss diese täglich zählen um teure Verluste zu vermeiden. Oft wurden Stempel oder Kappen unter dem Haufwerk begraben und beim umsetzen oder rauben übersehen. Wird nicht mehr ausgeübt, da Einzelstempel nur noch in Übergangsbereichen eine Verwendung finden und der Streb mit Schreitschilden ausgestattet ist. |
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| Stempel setzen | Hier das Einbringen eines Holzstempels mit Kappe zum Sichern des Strebs
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| Stempeln | anstempeln, abstempeln, ausstempeln - Arbeitszeiterfassung
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| Stempelnummer | Kennt bestimmt jeder! Wird aber auch Markennummer genannt |
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| Stillstandsbereich | Ein stillgelegtes Bergwerk auf dem noch Restarbeiten (Rauben, Verfüllen oder Abriss) ausgeführt werden | |
| Stoß | Die Seiten einer Strecke |
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| Störung | Störung des Steinkohlehorizontes durch z.B. Sprünge, Sättel, Horste oder Mulden | |
| Streb | (Mehrzahl: Streben) Hier wird die Kohle abgebaut. Früher mit Hacke, später mit Abbauhammer und Schrämmmaschinen, heute vollautomatisch mit Hobeln oder Walzen
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| Strebausbau | Um den Streb zu sichern muss immer ein Ausbau gesetzt werden. Früher war dieser aus Holz, später dann aus Stahlstempeln die einzeln geraubt und gesetzt werden mussten. Später wurden Ausbaurahmen eingesetzt die vorgezogen werden konnten. Heute gibt es Schreitschilde die schrittweise und vollautomatisch den ganzen Streb (mit Förder- und Gewinnungseinrichtungen) hydraulisch vorziehen.
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| Strebengerüst | Stahlgerüst |
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| Strebkühler | siehe Kühlmaschine |
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| Streblänge | Durchschnittliche (mittlere) Länge eines Strebes der dem Kohlenabbau dient. Heute je nach Lagerungsverhältnissen über 300 Meter, in den fünfziger Jahren war je nach Ausstattung eine Streblänge von bis zu 150 Metern möglich, davor meist nur 100 Meter oder weniger. |
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| Stückkohlen | Großes Stück Nusskohle (>Nuss 1) |
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| Stunde | (in der Stunde) - Lotrecht, waagerecht, gerade in einer Reihe oder in Planungsrichtung. Läuft etwas "aus der Stunde" ist dies versetzt oder wird nicht wie vorgegeben ausgeführt. Wird etwas gestundet wird es eingestellt oder aufgegeben |
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| Stunden | Bedeutet das vorläufige oder endgültige Einstellen einer Arbeitsstätte. z.B. Die Bauhöhe XY wird zum 8.10. gestundet. |
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| Sumpf | (Schachtsumpf, Sumpfstrecke) - Tiefliegendes künstliches Grubengebäude welches als Sammelbecken für die Grubenwässer dient, die von dort nach übertage abgepumpt werden um das Grubengebäude wasserfrei zu halten. |
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| Sümpfen | Auspumpen oder Trockenlegen eines Grubenbaues |
| T |
| Tacheles reden | Die Wahrheit, ohne Umschweife oder Ausflüchte |
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| Tagesbruch | (Tagebruch) Einsturz oder Durchsacken eines Grubenbaues oder Schachtes der sich bis an die Tagesoberfläche fortsetzt und einen Bruch (Öffnung) hervorruft |
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| Tagesschacht | Ein Schacht der bis an die Oberfläche durchschlägig ist vgl. dazu Blindschacht (Stapel) |
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| Tatzelwurm | Versorgungsleitungen eines Energiezuges |
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| Tauchpumpe | Mobile Pumpe die Standwasser abpumpt |
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| Teckel | Untergestell eines Waggons (Rungen-Förderwagen) |
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| Tegtmeier Adolf | Jürgen von Manger (alias "Adolf Tegtmeier") machte durch seine Hörfunk- und Fernsehauftritte den Ruhrpottslang hoffähig. Eine unvergessene Persönlichkeit, der man nur Hochachtung zollen kann. |
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| Teischnittmaschine | Der bewegliche Arm mit rotierendem Schneidkopf ermöglicht ein "ausfräsen" der Strecke. Siehe AM 50
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| Teilsohle | Sohle zwischen zwei Hauptsohlen die nicht mit dem Schacht verbunden ist |
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| Telefoner | Mitarbeiter der sich um die Kommunikationsanlagen kümmern |
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| TESKA | Sinkgutscheider - Maschine mit rotierendem Austragsrad zur Sortierung des Aufgabegutes nach Dichte. Siehe Trübe
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| Teufe | Bermännischer Ausdruck für die Tiefe |
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| Teufen | bzw. abteufen - Im Bergbau wird nicht gegraben sondern geteufen. Ein Schacht wird fast immer von der Tagesoberfläche niedergebracht und somit geteuft. Wenn ein lotrechter (seigerer) Schacht nicht nach Übertage durchgeht, sondern nur zwischen den Sohlen verläuft wird dieser Blindschacht genannt. Wird ein Schacht von Untertage aufwärts "geteuft" wird dies Unterfahren oder Aufbrechen genannt
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| Teufenanzeige | Dieser zeigt den Fördermaschinisten an wo die Förderkörbe im Schacht stehen. Früher mechanische heute elektronische Überwachung
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| Teufkübel | Ähnelt einem überdimensionierten Eimer, mit diesem wird das Gestein beim Abteufen aus dem Schacht gefördert |
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| Tiefenstufe (geothermische) | Wärmezunahme um jeweils 1°C des Umgebungsgesteins in Abhängigkeit von der Teufe. |
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| Tomsonbock | Deutsche Weiterentwicklung der Gerüstart des englischen Bocks; nach Eugen Tomson benannt. Dieses Gerüst trägt im Besonderen den deutschen Anforderungen einer Spurlattenführung sowie der Quersteifigkeit Rechnung.
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| Tonnlägig | Schräg einfallend; Winkelig |
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| Totmannschalter | Mechanisch-elektrische Vorrichtung zur automatischen Stillsetzung von Antrieben. Der Bediener muss hierzu in bestimmten Intervallen eine Freigabe zur Weiternutzung geben. Wird diese Sicherheitsmeldung nicht quittiert, so setzt sich der Antrieb selbstständig still. |
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| Tödliche Unfälle | Meldepflichtige Unfälle im Untertagebetrieb: 1938: insgesamt 42.099 davon 425 Tödliche 1948: insgesamt 108.444 davon 516 Tödliche |
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| Tragböden | Etagenböden in Förderkörben |
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| Tränken | Ein Kohlenstoß wird getränkt um die Entwicklung von Staub beim Abbau zu vermindern. Soll heißen; ein Flöz wird direkt beim Abbau mit Wasser bedüst um den Staub zu binden oder es werden tiefe Bohrungen vorgetrieben und bevor der Abbau beginnt wird dort Wasser eingebracht |
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| Trauerbescheid | Lohnabrechnung | |
| Treibfäustel | (Bellhammer, Meinungsverstärker) - Schwerer Hammer mit langem Stiel (Vorschlaghammer). Früher war der Treibfäustel im Abbaubetrieb ein kurzstieliger Hammer um ein leichteres ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen |
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| Treibscheibe | Treibrad für eine Koepeförderung, hierbei wird das Seil nicht wie bei der Trommelförderung aufgewickelt, sondern "getrieben". Die Reibung wird durch ein spezielles Treibscheibenfutter sowie durch die an die Körbe untergehängten Unterseile (zur Gewichtserhöhung) erreicht |
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| Trio-Lok | Dreiteiliger Dieselloksatz der zur Streckenförderung eingesetzt wird
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| Trommelförderung | Hier wird das Förderseil auf einer Trommel auf-abgewickelt. vgl. Skipförderung |
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| Trübe | In der Aufbereitung verwendete Suspension aus gemahlenem Eisenoxid und Wasser. Mit einer Dichte (Wichte) von ~1.3 - 1.5 kg/l. Durch den Dichteunterschied erfolgt die Trennung der Kohle und Berge. Abhängig von der Trennschärfe. |
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| Trübepumpe | Verschleißunanfällige Pumpe zur Förderung von stark schleißenden Fördergut |
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| Tübbing | (Tübbings oder Tübbinge) - Elemente aus Gußeisen oder Beton die entweder als Vollsegment oder Teilsegment beim Teufen auf das schon abgeteufte "Tübbingrohr" aufgesetzt werden und den Schacht vor dem Eindringen von Grubenwasser oder schwimmender Gebirgsschichten schützen. Die Segmente werden wie ein Stecksystem übertage zusammengefügt und dann durch das Unterhöhlen des Senkschuhs niedergebracht. Mit zunehmender Teufe wird das Niederbringen dieser mit einer Hydraulik unterstützt. Dieses Verfahren wird nur noch selten angewandt.
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| Turmförderanlage | siehe Förderturm
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| U |
| Übergabestelle | Das Fördergut wird durch mechanische Fördereinrichtungen weiter- oder umgeleitet |
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| Überhauen | Ein Abbau zum Tage hin (Tagesüberhauen) |
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| Überschicht | Freiwillige Sonderarbeit über die normale Arbeitszeit hinaus. | |
| Übertreiben | (Fördermaschine) - Durchtreiben des Förderkorbs über die vorgesehenen Endpunkte
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| Umbruch | Eine Strecke die nah um den Förderschacht herumläuft |
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| Umfahren | (Umfahrung) - Vorbeiführen eines Grubengebäudes um ein anderes |
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| Umgehen | Betrieb eines Bergwerk. Der Bergbau geht um |
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| Umsetzten | Heben oder Senken des Förderkorbs |
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| Unbauwürdig | Nicht wirtschaftlich gewinnbares Flöz. Heutzutage werden nur flach gelagerte Flöze als bauwürdig erachtet, da diese einfacher mechanisch abzukohlen sind. |
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| Unterbank | Untere Kohlenschicht eines durch ein Bergemittel geteilten Flözes. Siehe auch Oberbank |
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| Unterfahren | Erschließen eines Grubenbaues von unterhalb |
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| Unternehmer | Mitarbeiter von Fremdfirmen die untertage tätig sind. Die RAG beauftragt aus Kostengründen einige Unternehmerfirmen um spezielle Arbeiten auszuführen (z.B. im Streckenvortrieb oder Schachtabteufen). Einige Firmen sind z.B. Deilmann-Haniel, ÖSTU oder Thyssen-Schachtbau. |
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| Unterseil | Meist als Flachseil ausgebildet. Wird unter den Körben (verbindet diese) angeschlagen um diese zu stabilisieren und einen Gewichtsausgleich (notwendig bei Koepeförderung) zu schaffen
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| Untersuchungs- schicht | Jeder Bergmann wird mindestens alle zwei Jahre vom Werksarzt auf seinen Gesundheitszustand und Einsatztauglichkeit untersucht. Zumeist wird gleichzeitig auch eine Unterweisung in Unfall- und Brandschutz sowie eine Ersthelferschulung durchgeführt |
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| Unterweisung | So werden die Lehrgänge oder Fortbildungen im Bergbau genannt
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| Unterwerksbau | Abbau unterhalb einer Fördersohle |
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| Unverritzt | Ein noch nicht erschlossenes Grubenfeld |
| V |
| Verblasen | Anspritzen von Fertigbeton an die zu sichernden Grubenbaue um diese zu Verfestigen und Ausbrüche zu vermeiden. Sichern des ausbaulosen Grubenausbaues |
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| Verblatten | (Verblattung) - Den Holzstempel der Kappe anpassen |
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| Verfüllen | Wird ein Tagesschacht nicht mehr gebraucht, so wird dieser mit geeignetem Material verfüllt und somit endgültig verschlossen.
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| Verhauen | Abbauen eines Flözes |
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| Verhieb | Gewinnungsrichtung des Abbaus a) streichend b) fallend c) schwebend |
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| Verkasematuckeln | Erklären oder Erzählen |
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| Versuchsgrube | Forschungszeche, Referenzbergwerk - Nach dem schweren Grübenunglück (22.1.1925 - mit 136 Todesopfern) auf der Dortmunder Zeche Minister Stein wurde 1927 eine Versuchsgrubengesellschaft gegründet, welche die 1925 stillgelegte Zeche Hibernia zu Versuchszwecken nutzte um sicherheitstechnischen Fragen nachzukommen und die zu erforschen. Aus kriegsbedingten Gründen (die Förderung sollte wieder aufgenommen werden) stand diese aber ab 1942 für den Forschungsbetrieb nicht mehr zu Verfügung. Im Hinblick darauf, wurde 1941 die Zeche Tremonia angepachtet und dort konnten 1944 die Versuche wieder aufgenommen werden. 1996 wurde die Versuchsgrube Tremonia stillgelegt. Auf den Versuchsbergwerken wurden Explosions-, Grubenbrand-, Lösch- und sicherheitstechnische Versuche durchgeführt. |
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| Verziehen | Einbringen von Verzugsmatten, aber auch "sich aus dem Staub machen" | |
| Verladesieb | Siebt das Unterkorn oder Fremdkörper aus dem Verladegut aus, um dem Verbrauchter die beste Qualität zu liefern |
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| Verpacken | a) Hinterfüllen der Verzugsmatten mit Material b) Abdichten der Welle einer Pumpe |
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| Verritzt | Angeschnittenes (gebautes) Grubenfeld |
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| Versager | Nicht gezündete Treib- (Spreng)ladung |
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| Versand | Ist übertage für die Logistik der Güterwaggons zuständig um alle Bestellungen und Aufträge fristgerecht zu koordinieren |
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| Versatz | (Vollversatz - Teilversatz) - Bei einem Vollversatz wird der abgebaute Teil des Flözes komplett mit Blas- oder Spülversatz gefüllt. Von Teilversatz spricht man, wenn z.B. nur "Rippen" versetzt werden. Soll heissen, daß nicht das ganze Volumen verfüllt wird sondern nur tragende Teile. Das Teilversatzverfahren wurde in den Anfängen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eingesetzt um die Tagesschäden zu minimieren, als die Personal und Versatzmaterialkosten noch gering waren. Da es auf Grund der geringen Grobbergeausbringung der Wäschen und der hohen Kosten für den Ankauf von Versatzmaterial, sowie deren Transport und Versatz heutzutage nicht lohnenswert erscheint, wird entweder komplett abgekohlt (Bruchbau) oder es werden Sicherungspfeiler (Pfeilerbau) ausgespart um die Senkungen zu mildern. Eine Minimierung der Bergschäden wäre auch heute möglich, dies scheitert aber an den Kostenvorgaben, da es immer noch billiger ist Bergschäden zu finanzieren als dieser im untertägigen Betrieb vorzubeugen. Eine Milderung von Bergschäden ist selbst durch das Einbringen von Vollversatz nur zu etwa 2/3 zu vermeiden, diese kann aber durch einen enormen technischen und finanziellen Aufwand auf etwa 3/4 (also einer Oberflächenbeeinträchtigung von etwa 25%) gedrückt werden. Aber wer will das bezahlen...
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| Versatzarten | Bei Vollversatz: - Handversatz - Blasversatz - Scheuderversatz - Fließversatz Bei Teilversatz: - Blindortversatz - Bergeortversatz - Rippenversatz - Schachbrettversatz |
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| Versteinerungen | Meist pflanzliches Material welches seine äußere Form durch Mineraleinlagerungen über Millionen Jahre bewahrte; wird häufiger im Steinkohlenbergbau gefunden.
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| Verwachsenes | (Mittelgut) Kohle die einen hohen Anteil an Gestein aufweist, oft bei geringmächtigen Flözen anzutreffen. Ein Aufschließen (brechen, zerkleinern) lohnt sich nicht, daher wird dieses Produkt oft im Kesselhaus verfeuert oder in geringen Teilen anderen Produkten beigemengt um deren Aschegehalt zu erhöhen. |
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| Verwieger | Mitarbeiter der die Kohle in Waggons verlädt |
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| Verzugsmatten | Drahtgittermatten, werden auf oder zwischen den Bauen angebracht um hereinfallendes Material (Steine) abzuhalten |
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| Vollwandgerüst | Das erste Vollwandgerüst in Deutschland wurde 1925 durch die GHH auf dem Kalisalzbergwerk Buggingen (Baden) gebaut.
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| Vor Kohle | Im Abbaurevier |
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| Vorbaustempel | Leicht zu setzende und raubbare Stempel zur temporären Sicherung im Abbaubetrieb |
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| Vorgelege | Mechanischer Getriebevorsatz |
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| Vorholer | (Schachtvorholer) - Mechanische Einrichtung, welche die Wagen dem Schacht zuführt und auf den Förderkorb aufschiebt. Früher per Hand. |
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| Vorort | siehe Abbaufront - Hier wird die Kohle abgebaut!
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| Vorortschalter | Sicherheitseinrichtung um das unbefugte Einschalten (z.B. bei Wartung oder Reparatur) von Anlagen zu verhindern. Dabei verriegelt ein Vorhängeschloß den Vorortschalter (Lasttrennung) und sichert diesen vor einer Betätigung.
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| Vorrichten | (Vorrichtung) - Einrichten des Abbaureviers nachdem es ausgerichtet wurde |
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| Wagenreiniger | Reinigt die Waggons vor der Verladung |
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| Wagenumlauf | (Wagenuntrieb) - Gleisumlauf um den Förderschacht. Die vollen Förderwagen werden zutage gehoben, laufen zu den Kreiselwippern und werden dort entleert. Die leeren Förderwagen laufen von dort dann wieder zurück zum Schacht
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| Walze | Walzenschrämlader, Walzenlader - Gewinnungsmaschine mit rotierenden Walzenkopf, welcher das Material aus dem Flöz löst.
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| Walzenfahrer | Begleitet und steuert den Walzenlader beim Durchgang durch den Streb. | |
| Wanderkasten | Aus Holzbohlen oder Eisenträgern erstellter Kasten zur Abstützung des Hangenden in Übergangsbereichen |
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| Wanne | Transportwanne für loses Gut (z.B. Ankerteller) welche auf einen Teckel gesetzt wird oder an die EHB angehängt wird |
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| Waschberge | (Berge) Unbrauchbares Gestein, welches bei der Aufbreitung anfällt |
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| Wäsche | Die Aufbereitung; dort wird das Fördergut sortiert, klassiert und verladen. Als Produkte liefert diese: Stückkohlen, Nusskohlen, Staub, Schlamm, Misch- und Feinkohlen
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| Waschkaue | siehe Kaue |
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| Waschwasser | Das wiederaufbereitete Wasser, welches zur Naßaufbereitung in der Setzmaschine verwandt wird und im Kreis zirkuliert |
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| Wassereinbruch | Einbruch von Standwasser oder Grundwasser (Tiefenwasser) in das Grubengebäude |
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| Wasserhaltung | Fördert das anfallende Grundwasser mithilfe von Pumpen zutage um das Absaufen der Grube zu verhindern |
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| Wasserkunst | Durch Wasser angetriebene Einrichtung um Wasserkraft in mechanische Energie zu wandeln. Ähnelt einem Wasserrad. Früher als Antrieb von Wasserhaltungsmaschinen oder auch Brechanlagen genutzt. Im Ruhrgebiet nur selten eingesetzt da zum Betrieb stetig hohe Wasserzuflüsse (z.B. Bach) vorhanden sein mussten. |
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| Wasserlösungs- strecke | Hierdurch wird das Grubenwasser in einen anderen Bereich eines Grubenfeldes abgeführt und von dort aus zutage gehoben oder abgeleitet. |
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| Wasserrösche | (Wasserseige) - Ein Graben zur Ableitung von Grubenwässern auf Sohlenniveau |
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| Wassertrogsperre | Dient dem Explosionschutz untertage. Wassertrogsperren sind mit Wasser gefüllte Wannen (Tröge) die auf einer Bühne relativ hoch (an der Firste) in einer Strecke angebracht sind. Bei einer Explosion werden diese durch den Luftdruck, der dieser vorrangeht, umgestoßen und das Wasser kühlt die brennenden oder heissen Gase unter den Flammpunkt ab. Früher wurden auch Gesteinsstaubsperren die nach dem gleichen Prinzip wirken eingesetzt. |
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| Wechsel | Weiche einer Gleisanlage |
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| Weiberarsch | siehe Schüppe (Schippe) , Pannschüppe |
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| Weißkittel | (Persilsau) - Liebevolle Umschreibung für einen Mitarbeiter, der vollkommen sauber aus der Grube ausfährt |
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| Wendelrutsche | Um den Abrieb (Zerprall) der Kohle bei der Förderung zu mindern werden diese eingesetzt um Kohle auf eine tieferliegende Sohle zu fördern |
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| Werbung | Um speziell nach dem II. Weltkrieg Nachwuchs für den Bergbau zu rekrutieren wurden verschiedene Werbeaktionen geschaltet.
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| Werkzeug | Ein ganz besonderes Kapitel. Grob gab es drei Arten von Werkzeugen: Eigenwerkzeug - Das Werkzeug welches für die alltäglichen Arbeiten notwendig war. Eine Grundausstattung erhielt jeder Handwerker nach der Berufsausbildung und der Art der ausgeübten Tätigkeit. Dieses wurde oft sorgsam gehegt und gepflegt. Wurde dies verliehen, so erwartete man es im gleichen Zustand - bei Verlust aber Neuwertig - zurück! Allgemeinwerkzeug - Abteilungseigenes Werkzeug zur freien Verfügung. War zumeist sperrig und in einem desolaten Zustand. Dieses wurde selten gewartet, oft irgendwo vergessen oder verschlampt und tauchte dann nie wieder auf. Ein ewiges Ärgerniss Liebhaberwerkzeug - Alle Arten von Werkzeugen, die zwar nur selten (wenn überhaupt) für den Berufseinsatz benötigt wurden, sich aber im Laufe der Jahre durch Tausch, Fund, dauerhaftes Entleihen (!) oder durch gute Beziehungen zum Besorger (Materialdisponent) in den eigenen Schrank verirrten. Es gab Werkzeugschränke auf deren Inhalt ein mittlerer Handwerksbetrieb neidisch gewesen wäre... Besonders beliebt waren hier die sogenannten "Feinmechanikerwerkzeuge", welche alle Schlüsselgrößen unter 17 mm beinhalteten. Genauso verhielt es sich mit den "Elektrikerwerkzeugen", diese wanderten auch gerne in die heimische Werkzeugsammlung. Das durch die Betriebe angeschaffte Werkzeug war durchweg von bester Qualität. Eine Zerstörung stellte sich selbst bei dem rauhen Untertagebetrieb nur selten ein. Meistens ging es aber dennoch irgendwo verloren oder viel beim Kauenreinigen von der Decke und tauchte dann natürlich nie wieder auf.... |
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| Werkzeugkiste | (Gezähekiste) - Größe, mobile, diebstahlgesichterte Kiste zur Aufbewahrung von Werkzeugen und Material |
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| Wetter | Die Luft im Grubengebäude. - matte Wetter = erhöhte Konzentration an erstickenden Gasen - schlagende Wetter = erhöhte Konzentration an explosiven Gasen - böse (schlechte) Wetter = erhöhte Konzentration von giftigen Gasen - Frischwetter (Zuwetter) = unverbrauchte Luft - Abwetter = verbrauchte Luft |
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| Wetterabteilung | Verantwortlich für die Planung der Zufuhr und Ableitung der Wetter im Grubengebäude. Diese erstellt anhand von Ausgasungs- und Verbrauchswerten die benötigte Luftzufuhr- und den Abtransport der Grubenwetter. Diese ist für das untertägige Grubenklima verantwortlich. |
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| Wetterbedarf (maschineller) |
Auch den vermeindlich unempfindlichen Maschinen steht ein Volumestrom zu. Bei Verbrennungsmaschinen muß eine vorgeschriebener Volumenstrom zu Betriebssicherheit gegeben sein. Dieser erhöht sich durch die Abgas- und/oder Wärmeleistung der Maschinen. |
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Wetterbedarf |
Jedem Bergmann muß am Arbeitsplatz (rein rechnerisch) eine vorgeschiebene Menge an Frischluft mittels des Wetterstroms zugeführt werden. |
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| Wetterdamm | Damit wird ein luftdichter Abschluß eines Grubengebäudes erstellt. Um z.B. einen Brand in einer Abteilung zu ersticken, wird diese mit Wetterdämmen abgeriegelt (verdämmt) um die Sauerstoffzufuhr zu stoppen. In manchen Fällen wurde auch Inertgas in den Bereich eingebracht um einen Brand frühzeitig zu löschen. |
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| Wetterführung | Durch die zuständige Wetterabteilung eines Bergwerks aufgesteller "Durchleitungsplan" von Frischluft durch das Grubengebäude, der für eine ausreichende Versorgung mit atemfähiger und der Ableitung verbrauchter Luft sorgt |
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| Wetterkamin | (Wetterofen) - Übertägige Bauwerke die als Abzug für die Grubenwetter dienten. Dazu wurde in einem Wetterofen (untertage) ein Feuer entzündet und der Kamineffekt zum Abzug der Wetter genutzt. Wegen der hohen Brand- und Explosionsgefahr wird ab 1863 der Betrieb von Wetteröfen Bergpolizeilich eingeschränkt und später gänzlich verboten
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| Wetterkurzschluss | Zusammenbruch des Wetterstroms infolge von offenen Wettertüren o.ä. Der Wetterstrom nimmt immer den einfachsten Weg und erreicht bei einem Wetterkurzschluß nicht die weiter entfernten Grubengebäude. |
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| Wetterlampe | Benzinbetriebene Grubenlampe, welche schon eine geringe Konzentration von CH⁴ anhand des Flammbildes anzeigt (siehe Aureole). Probleme waren oft falsche Wartung oder Handhabung (dadurch Verrußung; mit nachfolgender Höherstellung des Flammenbildes zum Erhalt der Leuchtkraft und der dadurch einhergehenden Erhitzung des Drahtkorbs - siehe Bild), illegale Öffnungsversuche, nicht erkannte Defekte (z.B. Dichtungs- und Glasausbrüche), Durchblasen der doppelten Drahtgitterkörbe, Zündung und Durchschlag der Abriebsreste der Selbstzündung...etc.! Im Falle eines Verlöschens der Lampe war eine Selbst- (Eigen-) Zündvorrichtung für deutsche Grubenlampen vorgeschrieben um diese eigenständig wieder zünden zu können. Im benachbarten Ausland war diese nicht vorgeschrieben, daher wurde oft auf den betrieblich vorgeschriebenen Gang zum Schacht zur Zündung verzichtet und die Lampe vorort versucht "wiederzubeleben"; was leider hin und wieder in einem Disaster endete. Mit dem Aufkommen des Magnetverschlusses wurde dies zwar eingedämmt, aber der Findigkeit der Bergleute konnte man dadurch kaum einen Einhalt gebieten... Mit dem ab 1921 in Deutschland wirksamen Verbot die Wetterlampe als Mannschaftslampe zu benutzen und dem dadurch verstärkten Einsatz von elektrischen Lampen wurden die durch Wetterlampen ausgelösten Schlagwetter von 65% auf 14% (1940) reduziert.
Wer übrigens mal mit einer Wetterlampe versucht hat sein dunkles Umfeld zu erkunden wird sich nicht wundern, dass alle alten Bergleute hellauf von den "neuen" elektrischen Lampen begeistert waren! Die Wetterlampen waren schwer, unhandlich und hatten kaum eine bessere Lichtausbeute als ein Teelicht!!! Aber schön sind sie dennoch... Um die umtriebige Geldmacherei via ebay ein wenig dämpfen: Eine mit BM 399/60 gestempelte Wetterlampe (Verschlußring oder Topfoberteil) ist ein polnischer Nachbau aus den 1970ern, welcher als Andenken zu Hauf nach Deutschland importiert wurde, aber auf deutschen Gruben nie gefahren worden ist. Dies ist ein Nachbau der 400er Friemann & Wolf Lampe aber auf dem Topfboden mit EM ( Elektrometal Ciesczyn ) punziert. Dies hat keinesfalls mit irgendwelchen ausgedachten Betriebsmittelnummern oder Ähnlichen zu tun, auch sollte man den hahnebüchenden Beschreibungen einiger angebotener Lampen eher nicht trauen... Mehr als 40.-€ sollte speziell diese einem nicht Wert sein... Meine beiden BM 399/60 habe ich z.B. geschenkt bekommen. Beide funktionieren aber dennoch Einwandfrei! |
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| Wetterlutte | siehe Lutte |
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| Wettermann | Für das Messen der Grubenwetter verantwortlicher Mitarbeiter der Wetterabteilung |
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| Wetterschacht | Versorgt die Grube mit Frischen Wetter und saugt die matten Wetter an. Sorgt für die "Belüftung" untertage. Je nach Auslegung gibt es einziehende (drückende) oder ausziehende (saugende) Wetterschächte. Auch unterscheidet man die Art des Schachtabschlusses: a) Schachtdeckel b) wetterdichte Schachthalle c) Schachtschleuse |
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| Wetterschleuse | Einrichtung zur Verteilung, Abdämmung oder Führung des Wetterstroms Auch wird so das komplette Abdichtung des Schachtgebäudes genannt, sollte kein Schachtdeckel möglich sein. |
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| Wettersohle | Eine Sohle die ausschließlich der Wetterführung dient, zumeist eine Altsohle die nicht mehr im Förderbetrieb steht | |
| Wettersprengstoffe | Geringe Sprengwirkung, niedrige Brisanz und hohe Sicherheit gegen Schlagwetterexplosion. Dafür aber hohe Besatzdichte notwendig |
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| Wettertafel | Hier werden die aktuell gemessenen Wetter (Luft)-daten des Betriebspunkts eingetragen |
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| Wettertuch | Heute eine Plastikfolie (s/w kariert) die für so ziemlich alles benutzt wird. Ob zum Schutz von Tropfwasser oder zum Abdichten. Früher aus imprägniertem Segeltuch |
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| Wettertür | Regelt den Wetterstrom (Luftzug) untertage. Für den Schienenverkehr werden automatische Wettertüren eingesetzt um das zeitaufwendige händische Öffnen und Schließen zu vermeiden. Wettertüren öffen in der Regel nur gegen den Wetterstrom, daher ist in ihnen ein kleine Klappe zum Druckausgleich angebracht um diese leichter öffnen zu können.
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| Wichte | Dichte einer Trübesuspension (kg/dm). |
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| Wipper | (Kreiselwipper oder Kipper) Auf einem Wipper werden die Förderwagen um die Längstachse gedreht und das Fördergut ausgeschüttet. Es gibt auch Selbstenladewagen, deren Seitenwände aufklappen oder Wagen deren Mulde sich bei der Entladung dreht oder kippt. Sobald die Wagen entladen sind werden diese wieder nach untertage gebracht um erneut gefüllt zu werden usw. Entfällt bei einer Skipförderung
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| Wulachen | siehe asten |
| X |
| Y |
| Z |
| Zappenduster | Richtig Dunkel! So daß man nichts mehr sieht. Umgangssprachlich auch für das absolute Ende. "Getz is' hier aber zappenduster mit'm Pütt. Hier kommt der Deckel drauf " |
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| Zeche | siehe Pütt |
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| Zechenbahn | Zechenanschlußbahn - Die privaten Gleisanlagen eines Bergwerks die an das öffentliche DB-Bahnnetz angeschlossen sind | |
| Zollstock | Neudeutsch: Gliedermaßstab Jeder Schlosser hat einen in seiner Beintasche stecken. Ist nicht nur gut zum Messen von Abständen, sondern auch als Flaschenöffner zu gebrauchen. |
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| Zubruch gehen | Einstürzen oder Einbrechen einer Strecke |
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| Zubuße | Durch die Betreibergewerkschaft geleistete Zuschüsse bei Kosten die nicht aus dem Betriebskapital gestellt werden können |
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| Zughackenlader | Auch Zughakenlader - Mechanische Ladeeinrichtung speziell für den Streckenvortrieb. Dadurch wird das händische Hereingewinnen der Abschläge durch menschliche Kraft durch eine Maschine abgelöst.
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| Zughub | Wird auch Hubzug genannt |
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| Zünder | Elektrisch gezündete Sprengkapsel, die das Sprengmittel zur Detonation bringt |
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| Zündmaschine | Erzeugt die notwendige Stromspannung zur Zündung des Schußes. | |
| Zuwetter | Durch den Wetterstrom zugeleitete frische Luft |
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| Zweitrümmig | Bei einem zweitrümmigen Schacht wird in zwei unabhängigen Trümmen (Trümmer) gefördert. Der Schacht ist dazu in zwei seperate Teile aufgeteilt. |
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| Zwergpanzerförderer | Kleiner Kettenförderer für niedermächtige Streben
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| Zwischengeschirr | Verbindet das Förderseil (die Seile) mit dem Förderkorb
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Interessanterweise gab es aber gerade bei alten Anlagen, für eine Vielzahl von Ausdrücke abweichende Begriffe. Selbst wenn die Zechen nur einige Kilometer in Luftlinie entfernt lagen. Auf dem meisten Anlagen wurde ein eigenständiger "Püttjargon" gepflegt. Jeder erfahrene Bergmann konnte damals daran erkennen, ob es sich um einen Neubergmann oder aber um einen "Umgezogenen" handelt. Im besten Fall konnte dieser anhand der Sprache sogar die Anlage benennen von der der "Neue" kam. Darüber hinaus gab es auch soziale Verhaltensweisen, die von Pütt zu Pütt unterschiedlich waren.
Mittlerweile sind aber diese Soziolekte und Verhaltensregeln weitgehend verschwunden oder vereinheitlicht, daher soll hier darauf nicht eingegangen werden. Dieses ist ein eigenständiges, weitläufiges und interessantes Fachgebiet welches ich hier aber außer Acht lassen und nicht weiter "Beackern" will!
